Donnerstag, 09. Februar 2012

- letzte Aktualisierung: 08.02.2012 um 02:49 Uhr


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Basketball: BG 74-Frauen verlieren 63:74

Dr. Klimes und die Antibiotika

Heather Ernest mit 20 Punkten Beste der BG. Foto: Conrad

Heather Ernest mit 20 Punkten Beste der BG. Foto: Conrad

Die Basketball-Frauen der BG 74 Göttingen haben bei NB Oberhausen unglücklich mit 63:74 (37:39) verloren. Nach den zum Teil katastrophalen Leistungen in den vergangenen Wochen war das Team nicht wieder zuerkennen. Interims-Trainer „Dr.“ Vlastibor Klimes: „Die Antibiotika haben gewirkt, der Patient ist auf dem Wege der Besserung.“

Viel war über die Basketball-Frauen in der vergangenen Woche geredet und geschrieben worden. Nach der hohen Heimniederlage am vergangenen Wochenende gegen Marburg standen Anfang der Woche Tag für Tag Krisengespräche bis tief in die Nacht auf dem Programm. Ergebnis: Trainer Mahmut Ataman stellte die Vertrauensfrage und erklärte danach seinen Rücktritt. Als Nachfolger wurde über Nacht Vlastibor Klimes installiert.
Von wegen Zickenkrieg, in Oberhausen präsentierte sich ein BG-Team, wie es sich die Fans und Verantwortlichen eigentlich immer wünschen. Da wurde gekämpft bis zum Umfallen, da feuerten sich die Spielerinnen gegenseitig an und lieferten dem Favoriten einen großen und bis zur letzten Minute spannenden Kampf. Nach Startproblemen im ersten Viertel schien das Spiel schon verloren, zumal Andrea Harder nach nur acht Minuten erst ihr drittes Foul und dann noch obendrein ein „technisches“ verpasst bekam. Doch auch dieses Handicap und den 16:22-Rückstand steckten die Veilchen an diesem Abend weg. Angeführt von Heather Ernest und Andrea Harder holten die Gäste Punkt um Punkt auf. Zur Pause war die BG wieder bis auf zwei Zähler dran und nun sollte die Partie spannend bis zum Finale bleiben. Selbst eine Minute vor Schluss war bei einem Vier-Punkte-Rückstand noch alles drin, doch dann stoppte Ernest 40 Sekunden vor der Schlussirene einen Fastbreak der Gastgeberinnen und zur Verwunderung aller gaben die Schiedsrichter ein „absichtliches Foul“. Zwei Freiwürfe plus Ballbesitz, schon war es ein Acht-Punkte-Rückstand und die BG war trotz einer großartigen Leistung geschlagen.
Deshalb wollte Klimes nach dem Spiel auch keinerlei Glückwünsche entgegen nehmen: „Wir haben das Spiel immerhin verloren“, so sein Hinweis. Doch auch der Coach mochte nicht verhehlen, dass er „sehr stolz“ auf die Mannschaft sei. Durch den kämpferischen Einsatz habe die BG ein routiniertes Team wie Oberhausen immerhin zu 24 Ballverlusten gezwungen und auch bei den Rebounds (31 zu 34) dagegen gehalten. Doch der Frust saß tief: „Ich gebe mein Bestes, das Team gibt sein Bestes, doch am Ende ist das alles nicht genug“, ärgerte sich Klimes, mit leeren Händen nach Hause fahren zu müssen. Doch dort soll weiter hart gearbeitet werden, „und nächste Woche werden wir noch stärker sein“, verspricht der Coach.
Er hat sich noch Bedenkzeit erbeten, ob er bis Ende der Saison die Nachfolge von Mahmut Ataman antritt, doch nach diesem Spiel scheinen die Chancen des Vorstandes sichtlich gestiegen zu sein, ihn für eine Weiterverpflichtung zu gewinnen. Darauf setzt auch Club 74-Präsident Michael Hamel: „Wir haben lange Gespräche mit der Mannschaft geführt. Alle wissen, worum es geht. Und wir suchen auch nicht intensiv nach einem anderen Trainer, wir werden warten, bis sich Vlastibor Klimes endgültig entscheidet.“ Der kann dann auch mit einer Verstärkung rechnen: „Es wird definitiv eine neue Spielerin kommen, wir arbeiten hart daran“, so Hamel, der spätestens in der übernächsten Woche Vollzug vermelden will.

Punkte BG: Ernest 20/1, Harder 17/2, Castro 9, Prijic 9, Bode 4, Hähnel 3 und Csipko 1.

Beste Oberhausen: von Saldern 23, Mersch 18, Thoresen 15. Chemnitz - Zehlendorf 69:57

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