Samstag, 04. Februar 2012

- letzte Aktualisierung: 04.02.2012 um 22:25 Uhr


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Welle der Hilfsbereitschaft für kranken Rentner

Ein kleines Wunder...

Antje Brockmüller Städtische  Wohnungsbau, l.) und EXTRA TIP-Geschäftsführer Martin Benderoth (r.) gratulierten Werner und Helene Buhre zum Einzug ins neue Domizil. Foto: Wenzel

Antje Brockmüller Städtische Wohnungsbau, l.) und EXTRA TIP-Geschäftsführer Martin Benderoth (r.) gratulierten Werner und Helene Buhre zum Einzug ins neue Domizil. Foto: Wenzel

Eine Welle der Hilfsbereitschaft löste der EXTRA TIP aus, als er vor drei Wochen über das Schicksal des an Knochenkrebs erkrankten Werner Buhre (67) berichtete. Er und seine Ehefrau Helene benötigten möglichst schnell eine neue Wohnung, zumal niemand weiß, wie lange Werner Buhre noch laufen kann. Doch den Buhres fehlt das Geld, das Göttinger Sozialamt und Gesundheitsamt schalteten auf stur. Die Buhres haben 73 Cent Einkommen und ein Auto zu viel, deshalb könne das Sozialamt den Umzug und die Renovierung nicht übernehmen. Doch am Freitag war es soweit, Werner und Helene Buhre zogen in ihre neue und ebenerdige Wohnung auf dem Holtenser Berg ein. Möglich gemacht haben dies viele Helfer und Spender, die Städtische Wohnungsbau GmbH und der EXTRA TIP.

(Göttingen / luco) Ein kurzer Rückblick: Im Juni 2005 ereilte Werner Buhre die schreckliche Diagnose: Knochenkrebs! Danach begann ein Kampf ums Überleben und gegen die Bürokratie. Werner und Helene Buhre verfügen nur über sehr wenig Geld, es reicht gerade so für das Nötigste. Doch die behandelnden Ärzte legten dem Ehepaar einen Umzug nahe in eine ebenerdige Wohnung, falls Werner Buhre eines Tages nicht mehr laufen kann. Diese Wohnung gab es auch, gleich in der Romstraße nebenan. Das Problem: Ein Umzug kostet eine Menge Geld. Ein Antrag beim Sozialamt auf Übernahme der Kosten scheiterte an 73 Cent. Weil das Auto mit in das Vermögen einfließt, ein sechs Jahre alter Suzuki Wagon R.
Doch Hausarzt und behandelnde Ärzte haben Werner Buhre bescheinigt, dass er auf dieses Auto angewiesen ist. Das Göttinger Gesundheitsamt sieht das ganz anders: Dort wurde Werner Buhre vorgeladen, der Amtsarzt kannte seine Krankengeschichte zwar nicht, als er dort auftauchte. Aber eine Entscheidung konnte er trotzdem fällen: „Die Verwertung des Autos stellt aus Sicht des Gesundheitsamtes keine besondere Härte dar, da die Gehfähigkeit von Herrn Buhre nicht eingeschränkt ist und er somit in der Lage ist, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen“, heißt das gnadenlose Urteil mit Schreiben vom 15. November.
Anders als das Göttinger Sozialamt und Gesundheitsamt reagierten viele Göttinger, sie spendeten Geld, Speditionen boten an, den Umzug kostenlos zu übernehmen. Auch die Städtische Wohnungsbau suchte und fand schließlich eine Lösung, die Buhres konnten endlich in die Wohnung nebenan umziehen. 300 Euro fehlten noch, um die Kosten zu decken. „Die übernehmen wir“, erklärte EXTRA TIP-Geschäftsführer Martin Benderoth unbürokratisch. Am Donnerstag war es soweit, die Buhres konnten umziehen, am Freitag war alles fertig, Antje Brockmüller von der Städtischen Wohnungsbau und ET-Chef Benderoth gratulierten mit Blumenstrauß zum Einzug ins neue Domizil. „Wir sind überwältigt von dieser Hilfsbereitschaft und danken allen, die uns geholfen haben und dieses Wunder möglich gemacht haben“, so Werner und Helene Buhre freudestrahlend.
Am kommenden Mittwoch, 6. Dezember, hat Werner Buhre einen neuen Termin beim Göttinger Gesundheitsamt. Weil die Buhres weiterkämpfen, weil sie Gerechtigkeit wollen. Hoffentlich holt der Nikolaus an diesem Tag nicht wieder die Rute der Bürokraten raus...

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