Samstag, 04. Februar 2012

- letzte Aktualisierung: 04.02.2012 um 22:47 Uhr


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Polizei: Aktion gegen Alkohol und Drogen

Erschreckende Zahlen

Ohne Kontrolle kam keiner durch. Foto: Wenzel

Ohne Kontrolle kam keiner durch. Foto: Wenzel

Mit 40 Einsatzkräften hat die Polizei Göttingen in der Nacht zum Samstag an insgesamt sechs Stellen im Göttinger Stadtgebiet die Verkehrsteilnehmer auf ihre Fahrtüchtigkeit kontrolliert. Unterstützt wurden sie von Kollegen der Drogenkontrollgruppe der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont / Holzminden.

Drogen_1(Göttingen / luco) Alkohol und Drogen im Straßenverkehr sind für Polizeipräsident Hans Wargel in keinster Weise tolerierbar. „Wer unter Alkohol- und Drogeneinfluss fährt, handelt in ganz bsonderer Weise verwerflich und kriminell, denn er gefährdet höchst unverantwortlich sich und andere.“ Der Polizeichef nahm höchstpersönlich an der vorbereitenden Einsatzbesprechung teil. Mit der steigenden Zahl von Fahrten unter Drogeneinfluss insbesondere in der Gruppe der jungen Fahranfänger kann und will Wargel nicht leben. Deshalb werden die Beamten im Rahmen der Kampagne „Don't drug and drive“ sowohl präventiv wie auch mit Kontrollen repressiv gegen entsprechende Sünder vorgehen.
„Wer unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen fährt, muss damit rechnen, von der Polizei entdeckt zu werden. Selbst geringste Mengen Drogen können mit den modernen Testverfahren sofort festgestellt werden und es drohen hohe Strafen“, so Wargels klare Botschaft. Er begrüßte in diesem Zusammenhang den Vorschlag von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee zur Verdoppelung der Bußgeldobergrenze bei Drogenfahrten auf 3 000 Euro.
Bei den anschließenden Kontrollen sind gegen zehn Verkehrsteilnehmer Verfahren wegen Fahrens unter Drogenbeeinflussung und gegen sechs Verkehrsteilnehmer wegen Trunkenheit im Straßenverkehr eingeleitet worden. Zwei weitere Fahrer sind nicht im Besitz der erforderlichen Fahrerlaubnis gewesen. In einem der Fälle ist auch gegen die mitfahrende Freundin ein Strafverfahren wegen Duldung der Fahrt eingeleitet worden. Ihr gehörte das Auto.
„Das Ergebnis zeigt, dass die Polizei weiterhin verstärkt dem Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss mit Kontrollen entgegnen muss“, so Einsatzleiter und Polizeihauptkommissar Axel Kerschnitzki nach dem Einsatz. Polizeipräsident Wargel, der sich vor Ort an der Kontrollstelle im Maschmühlenweg informierte, sieht sich in sejner Einschätzung bestätigt: „Die Zahlen sind erschreckend hoch, insbesondere unter Berücksichtigung des Dunkelfeldes. Sie belegen aber auch die Richtigkeit und Wichtigkeit solcher Schwerpunktkontrollen.“ Er kündigte für die Zukunft weitere Aktionen im gesamten Bereich der Polizeidirektion Göttingen an.

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Pinkeln gleich nebenan
Freitagabend, 20.03 Uhr, Maschmühlenweg in Göttingen: Es ist nass, kalt und windig an diesem tristen Novembertag. Die Polizeibeamten haben Stellung bezogen, beginnen ihre Verkehrskontrolle mit dem Schwerpunkt „Alkohol und Drogen im Straßenverkehr“. Holger Degenhardt ist ein erfahrener Beamter, er übernimmt die Vorkontrolle. Wenig später bittet er den ersten Fahrer an diesem Abend, an die Seite zu fahren. Andere dürfen ihre Fahrt fortsetzen. Degenhardt hat einen Volltreffer gelandet: „Der braucht seinen Pappenheimern nur ins Gesicht zu schauen“, erklärt Einsatzleiter Axel Kerschnitzki. Ergebnis: Der junge Mann aus Northeim am Steuer hat gar keinen Führerschein, das Auto gehört ihm auch nicht, sondern der Freundin auf dem Beifahrersitz. Gegen beide wird ein Strafverfahren eingeleitet. Wenig später wird der nächste junge Mann an die Seite gewunken. Eine Beamtin kontrolliert mit der Taschenlampe seine Augen, es folgen weitere „Übungen“ wie „Folgen sie meinem Finger“ oder „Halten sie die Arme gerade aus“. Fast alle „Auserwählten“ bleiben an diesem Abend recht ruhig, lassen die Kontrollen über sich ergehen. Ob Cannabis, Amphitamine, Ectasy, Heroin oder Kokain, fast alle Drogen lösen eine neurologische Beeinflussung der Reflexe aus. Die können die Beamten durch solche Tests erkennen. Wer durchfällt, muss zum Speicheltest oder gleich zur freiwilligen Urinabgabe. Dies wird bei den Herren gleich auf dem Parkplatz nebenan erledigt, ein Beamter immer in Begleitung. Wenig später rollt ein alter grüner Lieferwagen an. Auch dieser Fahrer muss an die Seite fahren. Die Türen öffnen sich, zuerst steigt eine Frau mit Kind auf dem Arm aus, dann noch ein Kind und noch eins, am Ende sind es sechs. Ein halbes Dutzend Kinder im Auto, aber nicht ein Kindersitz. Die Kleinen saßen einfach so auf der Ladefläche. Während Papa den Beamten Rede und Antwort steht, machen sich die Mama und die Kinder schon mal zu Fuß auf den Weg. Polizeichef Hans Wargel schüttelt nur den Kopf... „Na klar, ich kiffe gern. Aber heute bin ich clean“, erklärt ein junger Mann der Beamtin grinsend. Er besteht auch alle Tests, kann wenig später weiterfahren. „Im Gegensatz zu alkoholisierten Fahrern sind die rauchenden Sünder sehr friedliche und mitteilungsfreudige Mitmenschen“, erklärt Kerschnitzki. Selbst die Ertappten bleiben recht locker. Doch demnächst werden sie Post bekommen, spätestens dann wird ihnen das Grinsen vergehen...
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Axel Kerschnitzki und eine Kollegin kontrollieren einen jungen Autofahrer. Foto: Wenzel

Axel Kerschnitzki und eine Kollegin kontrollieren einen jungen Autofahrer. Foto: Wenzel

Stoppt Drogen und Alkohol am Steuer. Foto: Wenzel

Stoppt Drogen und Alkohol am Steuer. Foto: Wenzel

Kontrolliert wurde an sechs Stellen im gesamten Stadtgebiet. Foto: Wenzel

Kontrolliert wurde an sechs Stellen im gesamten Stadtgebiet. Foto: Wenzel

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