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Exzellenz-Initiative von Bund und Ländern
Leuchtturm des Nordens
Uni-Präsident Kurt von Figura (l.) und Niedersachsen Wissenschaftsminister Lutz Stratmann feierten gemeinsam den Erfolg. Foto: Wenzel
Es ist vollbracht! Die Georg-August-Universität Göttingen gehört dazu, sie wurde in der zweiten Auswahlrunde der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder ausgewählt. So entspannt hat man Universitätspräsident Kurt von Figura lange nicht mehr lachen sehen. Eine Last war abgefallen und die Perspektive für den Wissenschaftsstandort Göttingen sieht nun rosig aus. Denn 105 Millionen Euro fließen in den kommenden fünf Jahren in die Leinestadt. Ein wichtiger Geldsegen für die durch die Sparmaßnahmen der vergangenen Jahre arg gebeutelte Universität und für die ganze Stadt Göttingen!
(Göttingen pug/bb) Neben der TU München, der LMU München und der TH Karlsruhe, die sich bereits auf den Olymp der Elite-Unis befinden, sind nun auch RWTH Aachen, Uni Heidelberg, Uni Konstanz, die FU Berlin, Uni Freiburg und eben die Universität Göttingen in Durchgang zwei dazu gekommen.In der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder hat sich die Universität Göttingen erfolgreich mit ihrem „Zukunftskonzept zum projektbezogenen Ausbau der universitären Spitzenforschung“ durchgesetzt: Diese Entscheidung in der zweiten Auswahlrunde des Exzellenzwettbewerbs wurde am Freitag im Wissenschaftszentrum Bonn bekannt gegeben. Darüber hinaus wurde die Göttinger Graduiertenschule für Neurowissenschaften und Molekulare Biowissenschaften (GGNB) zur Förderung ausgewählt.
Das wurde am Abend der Bekanntgabe in der Aula am Wilhelmsplatz ganz groß gefeiert. Die Aula war proppenvoll und in Champagnerstimmung. Es brandete langanhaltender, geradezu euphorischer Applaus auf, als der Unipräsident und Niedersachsens Wissenschaftsminister Lutz Stratmann die Bühne betraten. „Vorsicht, ich bin sentimental und habe dicht am Wasser gebaut“, so von Figura und rief dann aus: „Wir haben es geschafft!“ Riesiger Jubel und rhythmisches Klatschen. „Als Außenseiter sind wir gestartet, unsere Konzept und die Vorstellung waren gut, wir haben zusammengefunden“, so von Figura, der wie alle anderen 24 Stunden im Wechselbad der Gefühle aushalten musste, denn es sah lange gar nicht so gut für die Universität Göttingen aus.
Das konnte der Wissenschaftsminister aus erster Hand erzählen. Doch der begann ganz anders: „Die beste Universität Norddeutschlands heißt Göttingen, dazu Gratulation an Sie!“ Wieder stürmischer Applaus im Saal. Es hätte wohl am besten Zukunftskonzept gelegen, sei ihm hinter vorgehaltener Hand gesagt worden, so Stratmann. Dann berichtete er, dass er ganz ruhig, gelassen und optimistisch nach Bonn, dem Ort der Entscheidung, gefahren sei. Doch nach Ansicht der Wissenschaftler im Ausschuss war Göttingen weder grün noch hellgrün, was zur Förderung berechtigt, gewesen. Da hieß es erst einmal tief durchatmen, so Stratman und dann wurden viele Gespräche geführt. Stratmann betonte, dass Göttingen viele Bündnispartner in den Ländern gehabt habe – über Parteigrenzen hinweg. Die Mehrheit der Wissenschaftler haben Göttingen dagegen nicht fördern wollen. „Zu drittmittelschwach“ war ihr Hauptargument. Es folgten am Freitagmorgen zwei Stunden heftiger Diskussion, viele (neue) Bündnispartner konnten gewonnen werden – und Göttingen wurde wegen des überzeugenden Zukunftskonzeptes doch noch von der roten in eine grüne Schublade gelegt. Zum Schluss habe es dann ein einmütige Votum gegeben. „Wir können darauf stolz sein“, so Stratmann. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich Stratmann der Göttinger Universität und ihren Verantwortlichen deutlich angenähert hat.
Auch Göttingens Oberbürgermeister Wolfgang Meyer gratulierte von Figura. „Mehrere Etagen im Rathaus waren ganz zappelig“, berichtete er und verspricht sich von dem Votum erhebliche Schubkraft für den Wissenschaftsstandort Göttingen. „Es ist ein unheimlich wichtiger Tag für die Stadt.“ Er dankte einem immer noch sichtlich gerührten von Figura und auch dem Minister für seinen großen Einsatz. Und dann hieß es „Auf das Wohl unserer Universität“...und Insa Rudolph sang das Göttingen-Lied.
Ein Leuchtturm der Wissenschaft, der ziert auch das T-Shirt zur Exzellenz-Universität, das von Figura und auch Minister Stratmann, passenderweise in rot, überreicht bekam.
Und später, die Gratulationskur für von Figura war immer noch nicht abgeebbt, sang Rudolph auf Wunsch des Präsidenten noch einmal das Göttingen-Lied – zum Genießen.
Von Figura lauschte andächtig und ließ den wohl spannendsten und aufregenstenden Tag in seiner Karriere Revue passieren. Er hatte auf einer Zugfahrt von Hannover nach Göttingen mitgeteilt bekommen, dass Göttingen zu den exzellenten Universitäten des Landes gehört.


