Donnerstag, 09. Februar 2012

- letzte Aktualisierung: 08.02.2012 um 02:49 Uhr


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Stammzellen: Spende für Patienten aus Überssee

Nun ist Jan-Eriks Vater als Spender gefragt

Jan-Erik mit seinem Vater Dirk vor über einem Jahr. Foto: Wenzel

Jan-Erik mit seinem Vater Dirk vor über einem Jahr. Foto: Wenzel

Heute ist der 1. Advent, Zeit für ein richtiges Weihnachtsmärchen. Vor einem Jahr war der 1. Advent der 27. November. An diesem Tag fand die große Knochenmarkspende-Aktion für den damals siebenjährigen Jan-Erik aus Weende statt. Der hat mittlerweile einen passenden Stammzellspender gefunden, wurde erfolgreich transplantiert und geht mittlerweile sogar wieder zur Schule. Ein Jahr später kann jetzt sein Vater das Leben eines Patienten retten. Nächste Woche am Nikolaustag werden seine Stammzellen mit dem Flugzeug nach Übersee transportiert.

(Göttingen / luco) Jan-Erik aus Weende ist Patient der Kinderklinik der Universität Göttingen. Für ihn wurde vor einem Jahr nach einem passenden Stammzellspender gesucht. Bei der damaligen vom EXTRA TIP unterstützten Aktion ließen sich mehr als 1 500 neue freiwillige Stammzellspender in der Knochenmark- und Stammzellspenderdatei Göttingen (KMSG) registrieren. Für Jan-Erik wurde später ein passender Spender gefunden. Er war zwar nicht unter den 1 500 Spendewilligen der Göttinger Aktion, fand sich jedoch unter den über 2,5 Millionen freiwillig registrierten Stammzellspendern im Zentralregister „ZKRD“ in Ulm.
Natürlich haben sich auch die Eltern von Jan-Erik vor über einem Jahr in der KMSG als mögliche Spender registrieren lassen, als sie von der Krankheit ihres Sohnes erfahren hatten. Jetzt kam der überraschende Anruf: Vater Dirk ist als der passende „Lebensspender“ für einen ihm selbst unbekannten Patienten im Ausland identifiziert worden. Für diesen Patienten spendet Dirk Schäfsmeier am 5. und 6. Dezember in der Abteilung Transfusionsmedizin des Bereichs Humanmedizin Göttingen von seinen Stammzellen. Wenn alles nach Plan läuft, werden die Stammzellen am 6. Dezember nach Übersee zum wartende Patienten transportiert und hoffentlich ein Leben retten.
„Als ich den Anruf erhalten habe, konnte ich es zuerst gar nicht glauben“, sagt Vater Dirk. Seine Entscheidung stand schnell fest: „Gerade ich als betroffener Vater weiß, was so eine Spende für eine andere Familie bedeuten kann. Ich habe jetzt auch das Gefühl, etwas zurückgeben zu können.“ Seit Samstag bekommt er nun zweimal täglich Spritzen, um die Stammzellen anzureichern. Am Dienstag und Mittwoch werden dann die Stammzellen entnommen.
Das Beispiel von Jan-Erik und seinem Vater Dirk beweist: Je mehr Menschen sich als freiwillige Stammzellspender registrieren lassen, desto größer ist die Chance, für schwerkranke Patienten den passenden „Lebensspender“ zu finden. Am Universitätsklinikum Göttingen können sich gesunde Menschen im Alter von 18 bis 55 Jahren in der KMSG registrieren lassen. Die Kosten des erforderlichen Labortests betragen je Spende 50 Euro und müssen aus Spendengeldern getragen werden.

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