Samstag, 04. Februar 2012

- letzte Aktualisierung: 03.02.2012 um 10:17 Uhr


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Das Göttinger Drachenfest

„Fröhliches Familienchaos“

Foto: Wenzel

Foto: Wenzel

Was für ein Vergnügen! Auf der Drachenwiese tummelten sich Tausende Besucher, dazu bunte Drachen am Himmel so weit das Auge reichte. Das Göttinger Drachenfest war ein voller Erfolg. Ob Drachenprofi oder Einsteiger, bei den Bedingungen kamen alle auf ihre Kosten. Auf der gesamten Wiese ließen große und kleine Drachenfans ihre Himmelsgefährte steigen. Wollte ein Drachen einmal nicht so recht, dann gab’s immer Ansprechpartner, die gerne halfen. Und wenn’s denn ‘mal eine Pause sein sollte, kein Problem. Köstlicher Kuchen für die Kinder, leckerer Kakao und viele andere Angebote machten den Tag in Göttingens Süden zu einem großen Spaß für die ganze Familie.

(Göttingen / bb) Drachenfest auf der Drachenwiese an der Reinhäuser Landstraße – und das Wetter spielte hervorragend mit, die Sonne zeigte sich zwar nicht, doch die Bedingungen waren fast ideal. Wieder kamen Tausende, hauptsächlich Familien mit Kindern, aber natürlich auch viele Drachenprofis.
Der erste Blick aus dem Fenster am frühen Morgen ließ dabei Trauriges befürchten, die Äste der Bäume bewegten sich überhaupt nicht. Doch ein Blick auf das Geismaraner Windrad zeigte, es ist deutlich Bewegung in der Luft. Und so war es auch überhaupt kein Problem, die Himmelsgefährte auf der Drachenwiese in die Luft zu bekommen. Am Boden wehte es nicht besonders stark, aber ab 30 Meter Höhe ging’s los und ganz gleichmäßig aus Süden. Drachenprofis nennen so etwas „Einleinerwetter“. Also Drachen mit nur einer Schnur waren klar im Vorteil. Und solche haben natürlich die Profis vom Göttinger Drachenclub „Windbrand“ mit dem mehrfachen Deutschen Meister Till Habermann an der Spitze dabei. Sie wurden mit viel Leine in den Himmel gestellt und im Boden verankert. So war schon von weitem zu erkennen: Es ist Drachenfest in Göttingen. Nur Ludwig Köhler, der schon mehr als 250 Drachen in seiner Karriere zusammengebaut hat, war etwas unglücklich, seine farbenfrohe Kreation benötigte etwas mehr Wind.
Auch Profis aus Kassel von den „Himmelsstürmern“ waren zum zum zweiten Mal mit dabei. Sie hatten ein buntes Gemisch an Drachen mitgebracht. Vom Multicellulaire (eine Art Kastendrachen), der vor 100 Jahren entwickelt wurde und vom Vogelflug inspiriert ist, bis zur Pfeilente. „Wir kommen gerne nach Göttingen, Profis und Laien auf einem Feld, das macht Spaß“, so Karsten Wolf.
Genau das macht das Göttinger Drachenfest aus, die Profis helfen allen, die irgendwelche Probleme mit dem Fluggefährt haben.„Es ist ein fröhliches Familienchaos“, so Drachendoktor Thomas Fischer von Drachenladen „Himmelsstürmer, nachdem er gerade wieder einem Drachen in den Himmel geholfen hatte. Auch das Rahmenprogramm stimmte, dafür hatten die Organisatoren vom Fachbereich Jugend der Stadt, der Sparkasse Göttingen, der AOK, dem Drachenladen und vom ExtraTiP bestens gesorgt. Für die ganz Kleinen gab’s eine Hüpfburg, geformte Luftballons, Kinderschminken, Kaleidoskopbauen. Und MEG-Star Jason Boone (Foto r.) gab fleißig Autogramme.
Quasi mit Ende der Veranstaltung machte der ExtraTiP-Drachen noch nähere Bekanntschaft mit einem Raben (natürlich auch ein Drachen), der sich im Leinenschmuck verfangen hatte. Da hieß es die Drachen einholen und fleißig entkutzeln. Doch auch so etwas gehört zu einem richtigen Drachenfest. Am Himmel war’s eben ganz schön eng. Wie formulierte es Moderator Dieter Meyer zum Ende der Veranstaltung so schön: „Auf Wiedersehen bis zum Jahr 2010 – beim nächsten Drachenest.“ Für das laufen schon die ersten Planungen. Und es wird sehr spektakulär werden. Versprochen!


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