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Frag' den Wissenschaftler
Kann man das Wetter beeinflussen?
Die Antwort gibt Hecke Schrobsdorff.
Die Antwort:

Foto: Wenzel
Der Wissenschaftler:
Hecke Schrobsdorff (31) heißt im wahren Leben Hendrik Degering. Er studierte Mathematik und Physik an der Universität in Göttingen, wo er auch promovierte. Derzeit forscht er am Bernstein Center for Computational Neuroscience Göttingen, wo er sich mit Themen wie selektiver Aufmerksamkeit, dem Zusammenhang von Kritikalität und Lernen, der effizienten Berechnung von Hologrammen zur Beleuchtung von Neuronenkulturen und den High-Performance Rechenclustern beschäftigt. Der begeisterte Unterwasserrugbyspieler ist verheiratet und Vater dreier Kinder.
„Frag’ den Wissenschaftler“ mit Unterstützung des Max-Planck Institutes für Dynamik und Selbstorganisation
Das Wetter entsteht durch das Zusammenspiel sehr, sehr vieler Prozesse und ist ein Beispiel für ein so genanntes chaotisches System. Gemeint ist ein System, dessen künftiger Zustand sich drastisch ändert, auch wenn der aktuelle Zustand nur leicht verändert wird. Dies ist der oft zitierte Schmetterlingseffekt: Der Flügelschlag eines Schmetterlings kann den Unterschied machen, ob ein Sturm entsteht oder nicht. Allerdings heißt dies nicht, dass der Windhauch des Flügelschlags zum Sturm anwächst, es geht lediglich darum, dass eine sehr kleine Störung des Systems zu sehr unterschiedlicher Zeitentwicklung führt. Ebenso gut kann das Ausbleiben eines Flügelschlags ein Unwetter nach sich ziehen.
Wenn ein Schmetterling das Wetter beeinflussen kann, können wir Menschen das natürlich erst recht. Denn jede unserer Bewegungen, jede Handlung bringt gewisse Veränderungen des Wetters in unserer Umgebung mit sich. Zwar ist dieser Zusammenhang erwiesen, doch da wir das Wetter auf solch’ ungeheuer viele Weisen beeinflussen, ist der jeweilige Effekt auf das Wetter nicht nachzuvollziehen. Wir haben schließlich nicht die Möglichkeit zu prüfen, wie das Wetter gewesen wäre, wenn wir doch etwas langsamer Rad gefahren wären oder im Winter das Fenster eine Stunde später zum Lüften geöffnet hätten.
Dennoch liegt die Überlegung nahe, in bestimmten Situationen gezielt Einfluss auf das Wetter zu nehmen. Während solche Bemühungen in einigen Ländern wie etwa den USA gesetzlich verboten sind, wird andernorts versucht, das lokale Wetter den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Die einzige bisher im großen Stile angewandte Methode besteht darin, Regenwolken mit Chemikalien wie etwa Silberiodid zu besprühen und so einen Schauer auszulösen. Die Chemikalien wirken dabei als Kondensationskeime, die das Bilden schwerer Regentropfen in der Wolke begünstigen.
Während der Olympischen Spiele in Peking etwa griffen die Veranstalter zu diesem Trick: Außerhalb von Peking manipulierten sie auf diese Weise die Regenwolken und sorgten so in Peking selbst für gutes Wetter. Auch in Russland wird am 9. Mai auf diese Weise in das Wetter eingegriffen, um für die Flugshows zum Nationalfeiertag einen klaren Himmel zu gewährleisten. Umgekehrt kann durch das gezielte Abregnen der Wolken Dürren entgegengewirkt werden, wie es in Venezuela angedacht war und in China im vergangenen Winter realisiert wurde. Das letzte Beispiel zeigt allerdings auch wie gefährlich es ist, in ein chaotisches System einzugreifen. Denn das volle Ausmaß der Folgen ist nie zu überblicken. So lösten im vergangenen Jahr die Versuche des chinesischen Wetteränderungsamtes, Regen nach Peking zu bringen, einen Schneesturm aus, der die Millionenstadt in ein Chaos stürzte.
Wenn ein Schmetterling das Wetter beeinflussen kann, können wir Menschen das natürlich erst recht. Denn jede unserer Bewegungen, jede Handlung bringt gewisse Veränderungen des Wetters in unserer Umgebung mit sich. Zwar ist dieser Zusammenhang erwiesen, doch da wir das Wetter auf solch’ ungeheuer viele Weisen beeinflussen, ist der jeweilige Effekt auf das Wetter nicht nachzuvollziehen. Wir haben schließlich nicht die Möglichkeit zu prüfen, wie das Wetter gewesen wäre, wenn wir doch etwas langsamer Rad gefahren wären oder im Winter das Fenster eine Stunde später zum Lüften geöffnet hätten.
Dennoch liegt die Überlegung nahe, in bestimmten Situationen gezielt Einfluss auf das Wetter zu nehmen. Während solche Bemühungen in einigen Ländern wie etwa den USA gesetzlich verboten sind, wird andernorts versucht, das lokale Wetter den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Die einzige bisher im großen Stile angewandte Methode besteht darin, Regenwolken mit Chemikalien wie etwa Silberiodid zu besprühen und so einen Schauer auszulösen. Die Chemikalien wirken dabei als Kondensationskeime, die das Bilden schwerer Regentropfen in der Wolke begünstigen.
Während der Olympischen Spiele in Peking etwa griffen die Veranstalter zu diesem Trick: Außerhalb von Peking manipulierten sie auf diese Weise die Regenwolken und sorgten so in Peking selbst für gutes Wetter. Auch in Russland wird am 9. Mai auf diese Weise in das Wetter eingegriffen, um für die Flugshows zum Nationalfeiertag einen klaren Himmel zu gewährleisten. Umgekehrt kann durch das gezielte Abregnen der Wolken Dürren entgegengewirkt werden, wie es in Venezuela angedacht war und in China im vergangenen Winter realisiert wurde. Das letzte Beispiel zeigt allerdings auch wie gefährlich es ist, in ein chaotisches System einzugreifen. Denn das volle Ausmaß der Folgen ist nie zu überblicken. So lösten im vergangenen Jahr die Versuche des chinesischen Wetteränderungsamtes, Regen nach Peking zu bringen, einen Schneesturm aus, der die Millionenstadt in ein Chaos stürzte.

Foto: Wenzel
Der Wissenschaftler:
Hecke Schrobsdorff (31) heißt im wahren Leben Hendrik Degering. Er studierte Mathematik und Physik an der Universität in Göttingen, wo er auch promovierte. Derzeit forscht er am Bernstein Center for Computational Neuroscience Göttingen, wo er sich mit Themen wie selektiver Aufmerksamkeit, dem Zusammenhang von Kritikalität und Lernen, der effizienten Berechnung von Hologrammen zur Beleuchtung von Neuronenkulturen und den High-Performance Rechenclustern beschäftigt. Der begeisterte Unterwasserrugbyspieler ist verheiratet und Vater dreier Kinder.
„Frag’ den Wissenschaftler“ mit Unterstützung des Max-Planck Institutes für Dynamik und Selbstorganisation


