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Frag' den Wissenschaftler
Warum gibt es keine leisen Zahnarztbohrer?
Die Antwort gibt Jan Heppeler.
Die Antwort:
Leise Zahnarztbohrer gibt es durchaus, nur werden sie vom Patienten nicht als leise wahrgenommen. Misst man die Lautstärke von modernen „Bohrern“, erreichen diese Lautstärken, die man als „Außenstehender“ als leise bezeichnen kann. Für denjenigen, der allerdings in einem Zahnarztstuhl sitzt, hört und fühlt sich das ganz anders an. Dies ist ähnlich wie das Klingeln eines Handys: Mit genügend Abstand ist das Läuten des Telefons nicht störend. Hält man es sich aber ans Ohr, ist der Ruf-Ton fast unerträglich.
Beim Zahnarzt kennt man zwei gefürchtete Geräusche: Zum einen das „Rumpeln und Rattern“ des langsamen Bohrers. Der Patient denkt, er sitzt unter einem Presslufthammer. Das unangenehme Gefühl wird durch die eigene „Knochenleitung“ verursacht. Das „Rumpeln“ wird über den Zahn, den Kieferknochen und den Schädelknochen verstärkt und weitergeleitet. Stellt man beispielsweise eine schwingende Stimmgabel auf der eigenen Schädeldecke ab, so wird der Ton ebenfalls verstärkt. Man erlebt ihn anders, als wenn man die Stimmgabel vor sich hätte. Ähnliches gilt für den Bohrer.
Das zweite unangenehme Geräusch ist das „Quietschen“ des schnellen Bohrers. Jeder kennt es, keiner mag es. Doch auch hier entsteht kein direktes Geräusch am Zahn. Was hier in Mark und Bein fährt, ist das hohe Laufgeräusch des Motors. Anders verhält es sich zum Beispiel bei einer Kreissäge. Das Sägeblatt verursacht im Leerlauf keinen Lärm. Unerträglich wird der Krach allerdings, wenn sich das Sägeblatt durch ein Stück Holz durchbeißt.
Solange gebohrt wird, wird der Patient dies wohl immer irgendwie fühlen bzw. spüren. Hoffnung bieten allerdings neue Verfahren, die ganz anders funktionieren. Mit Laser kann man heute geräuschlos am Zahn arbeiten und teilweise den „Rumpelbohrer“ in der Karies-Entfernung ersetzen. Allerdings kommt der Laser nicht an alle Stellen direkt heran, so dass in manchen Bereichen wieder herkömmliche Bohrer eingesetzt werden müssen. Aber dennoch ist dies ein Lichtblick. Und gründliches Zähneputzen ist leise und hilft noch am Besten...

Foto: bb
Der Wissenschaftler:
Dr. Jan Heppeler (32) hat in Göttingen Zahnmedizin studiert. Seit 2006 arbeitet er in der Abteilung Präventive Zahnmedizin, Parodontologie und Kariologie der Universitätsmedizin Göttingen, wo er 2008 promoviert hat. Der Behandlungsschwerpunkt des Assistenzzahnarztes sind Angstpatienten..
„Frag’ den Wissenschaftler“ mit Unterstützung des Max-Planck Institutes für Dynamik und Selbstorganisation
Leise Zahnarztbohrer gibt es durchaus, nur werden sie vom Patienten nicht als leise wahrgenommen. Misst man die Lautstärke von modernen „Bohrern“, erreichen diese Lautstärken, die man als „Außenstehender“ als leise bezeichnen kann. Für denjenigen, der allerdings in einem Zahnarztstuhl sitzt, hört und fühlt sich das ganz anders an. Dies ist ähnlich wie das Klingeln eines Handys: Mit genügend Abstand ist das Läuten des Telefons nicht störend. Hält man es sich aber ans Ohr, ist der Ruf-Ton fast unerträglich.
Beim Zahnarzt kennt man zwei gefürchtete Geräusche: Zum einen das „Rumpeln und Rattern“ des langsamen Bohrers. Der Patient denkt, er sitzt unter einem Presslufthammer. Das unangenehme Gefühl wird durch die eigene „Knochenleitung“ verursacht. Das „Rumpeln“ wird über den Zahn, den Kieferknochen und den Schädelknochen verstärkt und weitergeleitet. Stellt man beispielsweise eine schwingende Stimmgabel auf der eigenen Schädeldecke ab, so wird der Ton ebenfalls verstärkt. Man erlebt ihn anders, als wenn man die Stimmgabel vor sich hätte. Ähnliches gilt für den Bohrer.
Das zweite unangenehme Geräusch ist das „Quietschen“ des schnellen Bohrers. Jeder kennt es, keiner mag es. Doch auch hier entsteht kein direktes Geräusch am Zahn. Was hier in Mark und Bein fährt, ist das hohe Laufgeräusch des Motors. Anders verhält es sich zum Beispiel bei einer Kreissäge. Das Sägeblatt verursacht im Leerlauf keinen Lärm. Unerträglich wird der Krach allerdings, wenn sich das Sägeblatt durch ein Stück Holz durchbeißt.
Solange gebohrt wird, wird der Patient dies wohl immer irgendwie fühlen bzw. spüren. Hoffnung bieten allerdings neue Verfahren, die ganz anders funktionieren. Mit Laser kann man heute geräuschlos am Zahn arbeiten und teilweise den „Rumpelbohrer“ in der Karies-Entfernung ersetzen. Allerdings kommt der Laser nicht an alle Stellen direkt heran, so dass in manchen Bereichen wieder herkömmliche Bohrer eingesetzt werden müssen. Aber dennoch ist dies ein Lichtblick. Und gründliches Zähneputzen ist leise und hilft noch am Besten...

Foto: bb
Der Wissenschaftler:
Dr. Jan Heppeler (32) hat in Göttingen Zahnmedizin studiert. Seit 2006 arbeitet er in der Abteilung Präventive Zahnmedizin, Parodontologie und Kariologie der Universitätsmedizin Göttingen, wo er 2008 promoviert hat. Der Behandlungsschwerpunkt des Assistenzzahnarztes sind Angstpatienten..
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