Freitag, 10. Februar 2012

- letzte Aktualisierung: 09.02.2012 um 15:44 Uhr


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Frag' den Wissenschaftler

Warum herrscht im Weltraum ein Vakuum?

Vakuum im Weltraum...

Vakuum im Weltraum...

Diese Frage stellte Lars Reichler, 16 Jahre, aus Niedernjesa. Die Antwort gibt Eberhard Bodenschatz.

Die Antwort:
„Um diese Frage zu beantworten wollen wir erstmal den Begriff Vakuum definieren. Vakuum herrscht wenn der Gasdruck kleiner ist als der Atmosphärendruck. Wenn man mit einem Strohhalm einen Trinkkarton leer saugt, entsteht ein Vakuum. Solch ein Vakuum hat immer noch ca. 10 000 000 000 000 000 000 000 (das sind 10 000 Milliarden Milliarden) Gasmoleküle je Liter Volumen. Je weniger Gasmoleküle sich in einem Volumen befinden desto besser ist das Vakuum. Mit den besten Pumpen erreicht man derzeit ein Vakuum mit weniger als 10 000 000 (10 Millionen) Gasmolekülen pro Liter. Dies ist immer noch viel schlechter als das Vakuum im interstellaren Weltraum (also im leeren Raum zwischen den Sternen). Dort findet man weniger als 1 000 Gasmoleküle pro Liter – das Vakuum ist also fantastisch gut. Nun zur eigentlichen Frage – Warum ist das so? Der Grund ist die Gravitationskraft. Alles, was eine Masse hat, zieht sich an. Gasmoleküle werden von großen Massen (Galaxien, Sterne, Planeten) angezogen, sozusagen „aufgesaugt“. Ein Beispiel ist die Atmosphäre unserer Erde, die uns Luft zum Atmen gibt. Die meisten Gase sind in Galaxien gebunden und damit ist der riesige interstellare Weltraum fast leer.“


Eberhard Bodenschatz













Der Wissenschaftler:

Der Direktor des Max-Planck-Institutes für Dynamik und Selbstorganisation lehrte, forschte und promovierte in Bayreuth. Er ging dann in die USA und arbeitete 13 Jahre als Professor der Physik an der Cornell University in Ithaca im Staat New York. Seit 2005 ist er am MPI auf dem Fassberg in Göttingen. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder.


„Frag’ den Wissenschaftler“ mit Unterstützung des Max-Planck Institutes für Dynamik und Selbstorganisation

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