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Frag' den Wissenschaftler
Wie funktioniert ein Tintenkiller?
Die Antwort gibt Physikerin Dagmar Steinhauser.
Die Antwort:
Um die Wirkungsweise eines Tintenkillers verstehen zu können, ist es zunächst wichtig sich zu überlegen, warum Tinte überhaupt blau ist. Der wesentliche Bestandteil von Tinte ist ein Farbstoff dessen Grundgerüst (Triphenylmethan) aus einem zentralen Kohlenstoffatom mit drei aromatischen Resten besteht. In diesem Farbstoffmolekül existieren viele frei bewegliche Elektronen, die sich über den gesamten Bereich verteilen. Sichtbares Licht kann diese Elektronen energetisch anregen, und sie absorbieren bestimmte Farbanteile (Wellenlängen). Was wir mit unseren Augen sehen, ist das reflektierte Licht, und in diesem fehlen die absorbierten Farben. Wir sehen also die Komplementärfarbe zu dem absorbierten Licht, dadurch wirkt die Tinte blau. Für diese Farbigkeit und damit der Anregung von Elektronen ist deren Beweglichkeit ganz wichtig. Voraussetzung dafür ist, dass das Molekül planar wie eine Scheibe ist. Benutzt man einen Tintenkiller (wesentlicher Bestandteil: Natriumsulfit), um blaue Tinte zu löschen, verändern sich deren Farbstoffmoleküle. Ein negativ geladenes Teilchen (z.B. das Hydrogensulfit-Ion) greift an das zentrale Kohlenstoffatom an und wird angebunden. Dadurch verändert sich die ganze Geometrie, und aus dem ehemals planaren Molekül wird ein pyramidenförmiges. Die Elektronen können sich nicht mehr über das gesamte Molekül verteilen und verlieren ihre Beweglichkeit. Sichtbares Licht kann nicht mehr in Wechselwirkung mit den Elektronen treten und wird stattdessen vollständig reflektiert. Wir sehen statt blauer Tinte nur noch weißes Papier.

Die Wissenschaftlerin:
Dagmar Steinhauser (26 Jahre) hat an der Universität in Ulm Physik studiert. Am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation arbeitet sie zurzeit in der Abteilung Dynamik komplexer Fluide an ihrer Doktorarbeit zum Thema „Bündelung und Netzwerkbildung von Aktin-Filamenten in mikrofluidischen Bauteilen“.
„Frag’ den Wissenschaftler“ mit Unterstützung des Max-Planck Institutes für Dynamik und Selbstorganisation
Um die Wirkungsweise eines Tintenkillers verstehen zu können, ist es zunächst wichtig sich zu überlegen, warum Tinte überhaupt blau ist. Der wesentliche Bestandteil von Tinte ist ein Farbstoff dessen Grundgerüst (Triphenylmethan) aus einem zentralen Kohlenstoffatom mit drei aromatischen Resten besteht. In diesem Farbstoffmolekül existieren viele frei bewegliche Elektronen, die sich über den gesamten Bereich verteilen. Sichtbares Licht kann diese Elektronen energetisch anregen, und sie absorbieren bestimmte Farbanteile (Wellenlängen). Was wir mit unseren Augen sehen, ist das reflektierte Licht, und in diesem fehlen die absorbierten Farben. Wir sehen also die Komplementärfarbe zu dem absorbierten Licht, dadurch wirkt die Tinte blau. Für diese Farbigkeit und damit der Anregung von Elektronen ist deren Beweglichkeit ganz wichtig. Voraussetzung dafür ist, dass das Molekül planar wie eine Scheibe ist. Benutzt man einen Tintenkiller (wesentlicher Bestandteil: Natriumsulfit), um blaue Tinte zu löschen, verändern sich deren Farbstoffmoleküle. Ein negativ geladenes Teilchen (z.B. das Hydrogensulfit-Ion) greift an das zentrale Kohlenstoffatom an und wird angebunden. Dadurch verändert sich die ganze Geometrie, und aus dem ehemals planaren Molekül wird ein pyramidenförmiges. Die Elektronen können sich nicht mehr über das gesamte Molekül verteilen und verlieren ihre Beweglichkeit. Sichtbares Licht kann nicht mehr in Wechselwirkung mit den Elektronen treten und wird stattdessen vollständig reflektiert. Wir sehen statt blauer Tinte nur noch weißes Papier.

Die Wissenschaftlerin:
Dagmar Steinhauser (26 Jahre) hat an der Universität in Ulm Physik studiert. Am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation arbeitet sie zurzeit in der Abteilung Dynamik komplexer Fluide an ihrer Doktorarbeit zum Thema „Bündelung und Netzwerkbildung von Aktin-Filamenten in mikrofluidischen Bauteilen“.
„Frag’ den Wissenschaftler“ mit Unterstützung des Max-Planck Institutes für Dynamik und Selbstorganisation


