Samstag, 04. Februar 2012

- letzte Aktualisierung: 04.02.2012 um 22:47 Uhr


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Mehr Bomben am Schützenplatz

30 Verdachtspunkte

Foto: Berufsfeuerwehr Göttingen

Foto: Berufsfeuerwehr Göttingen

Die Auswertung weiterer Luftbilder vom Göttinger Schützenplatz und seiner Umgebung hat zur Ermittlung von insgesamt 30 sogenannten Verdachtspunkten geführt, bei denen Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg im Erdreich zur Zeit nicht ausgeschlossen werden können. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs mit Vertretern des Kampfmittelräumdienstes der Polizei Niedersachsen, das am Mittwoch, 16. Juni 2010, im Neuen Rathaus stattgefunden hat.

Alle Verdachtspunkte sollen nach Angaben der Stadtverwaltung sobald wie möglich vor Ort vermessen werden. Die Stadt wird darüber hinaus umgehend ein Spezialunternehmen beauftragen, an allen Punkten Bohrungen zum Einsatz von Metallsonden vorzunehmen. Sollte sich nach diesen Untersuchungen in Einzelfällen der Verdacht auf einen Blindgänger erhärten, werde umgehend wieder der Kampfmittelräumdienst eingeschaltet.
„Im Augenblick reden wir wirklich nur über Verdachtsmomente. Ob dort jeweils eine nicht gezündete Fliegerbombe zu finden ist, weiß niemand,“ erklärte der Verwaltungssprecher. Die Untersuchungen sollen ebenso gründlich wie zügig erfolgen.
Zur Sorge über eine akute Gefahr bestehe allerdings auch nach Bestätigung durch die Experten des Kampfmittelräumdienstes kein Anlass, heißt es in einer Stellungnahme der Verwaltung. Auch in Göttingen, das unter einer vergleichsweise geringen Zahl von Fliegerangriffen zu leiden hatte, müsse man allerdings wie in vielen anderen deutschen Großstädten noch nach 65 Jahren mit den Folgen des Krieges leben und umgehen.
Etwas mehr als die Hälfte der Verdachtspunkte lassen sich unmittelbar dem Schützenplatz, dem benachbarten Leinebett sowie dem Schützenanger und dem Maschmühlenweg zuordnen. Die weiteren Standorte betreffen die Godehardstraße westlich der Leine. Die Bohrungen sollen nach dem Wunsch der Stadt möglichst durch zwei Spezialistenteams erfolgen und nicht länger als zwei bis drei Wochen in Anspruch nehmen. Die Bohrtiefe soll mindestens fünf bis sechs Meter unter den gewachsenen Boden reichen Bei den ausgewerteten Fotos handelt es sich um Aufnahmen der US - Luftwaffe vom 8. und 11. April 1945 – gemacht also nach den letzten Fliegerangriffen am 6. und 7. April 1945. Sie waren in einem niederländischen Archiv aufgefunden worden.

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