Samstag, 04. Februar 2012

- letzte Aktualisierung: 04.02.2012 um 22:47 Uhr


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Schützenplatz: Suche nach weiteren Blindgängern

Bohren nach Bomben

Bombensuche vor der versammelten Presse: 19 Löcher werden pro Verdachtsfläche gebohrt um jeweils eine Metallsonde hinabzulassen. Fotos: Wenzel

Bombensuche vor der versammelten Presse: 19 Löcher werden pro Verdachtsfläche gebohrt um jeweils eine Metallsonde hinabzulassen. Fotos: Wenzel

Vier Wochen nachdem drei Menschen bei der Entschärfung einer Bombe aus dem 2. Weltkrieg auf dem Schützenplatz starben, hat diese Woche die Suche nach weiteren Blindgängern begonnen. Am Dienstag waren die Spezialisten bereits dabei, den zweiten Verdachtspunkt zu untersuchen – mit einer Flachförderschnecke.

(Göttingen / star) Volker Heimberg von der ausführenden Firma Tauber erklärt, wie das dreiköpfige Team vorgeht. Dabei wird für jede Verdachtsfläche ein Raster aus 19 Löchern angelegt. 19 Mal wird mit der Flachförderschnecke – einem speziellen Bohrer, der das Erdgut nicht verdrängt, sondern nach oben befördert – jeweils sechs Meter tief gebohrt, 12 Zentimeter im Durchmesser.
In die Bohrlöcher kommt eine Kunststoffröhre durch die eine Metallsonde herabgelassen wird. Meldet die Metall, wird weiter sondiert bis klar ist, ob es sich tatsächlich um eine Bombe handeln könnte. Diese Arbeit sei ungefährlich, da der Bohrer bei Widerstand sofort stoppe, die Wahrscheinlichkeit eine Bombe durch „anbohren“ auszulösen, sei verschwindend gering: „In den fast 30 Jahren, in denen ich diese Arbeit mache, ich das noch nie passiert“, so Heimberg.
bombenbohren_1Im übrigen gäbe es auch oft die harmlose metallische Funde: „Wir haben schon Kabeltrommeln gefunden, Eisen­bahn­achsen und ganze, beladene Güterwaggons. Die Bombenkrater wurden damals halt mit allem verfüllt, was man aus dem Weg haben wollte.“
Der Gefahr ist sich der gelernte Feuerwerker sehr wohl bewusst, alle drei bei dem Bombenunglück Getöteten waren ihm gut bekannt.

Alle Ergebnisse des Teams um Volker Heimberg gehen an den Kampfmittelräumdienst, der selbstverständlich sofort im Einsatz ist, wenn aus einer Verdachtsfläche ein konkreter Verdacht wird.

bombenbohren_2Mehrere Wochen wird jetzt noch auf dem Schützenplatz gebohrt. Die Frage drängt sich auf: Wieso erst jetzt? „Die Verdachtsflächen haben sich aufgrund erst jetzt zur Verfügung stehender Luftbilder ergeben“, so Stadtpressesprecher Detlef Johannson. Diese Luftbilder seien aber auch keine sehr genauen Vorlagen, wie Volker Heimberg erklärte: „Wenn die Stelle, wo der Blindgänger eingeschlagen ist, im Schatten von zum Beispiel Bäumen liegt, ist sie auf den Fotos nicht zu sehen“. Gleiches gelte für Einschläge im oder dicht am Fluss.

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