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25 Jahre JuzI
Eine Demo zum Geburtstag
Der schwarze Block demonstrierte für mehr Freiräume – und feierte den 25. Geburtstag des Jugendzentrums Innenstadt (JuzI). Foto: Wenzel
Das Jugendzentrum Innenstadt, besser bekannt als JuzI, feiert an diesem Wochenende seinen 25. Geburtstag. Passend zu diesem Anlass gab es gestern auch eine Demonstration mit mehreren Einsatzhundertschaften der Polizei. Demonstriert wurde für „die Erhaltung und Schaffung von Freiräumen“. Hintergrund: Das Studentenwerk Göttingen kündigte in den von Studenten selbstverwalteten Wohnheimen die Mietverträge, macht jetzt pro Wohnung einen Mietvertrag. Davon sind einige linke Wohngruppen betroffen. Die Demo blieb friedlich. „Ohne nennenswerte Zwischenfälle endete die Demonstration gegen 15.30 Uhr auf dem JuzI-Parkplatz in der Bürgerstraße“, meldete die Polizei.
Lang, lang ist’s her, dass in Göttingen Häuser besetzt wurden. Aus der linken Hausbesetzerszene entwickelten sich viele Einrichtungen, Initiativen und politische Gruppen. Doch diese haben, wohl nicht ganz zu Unrecht, das Gefühl, dass ihnen immer weniger Freiräume zur Verfügung stehen. Auch das Studentenwerk ist diesbezüglich in die Kritik geraten, weil in den von Studenten selbstverwalteten Häusern die bestehenden Mietverträge gekündigt werden, um sie in „typische anonyme Wohnheime mit Einzelmietverträge und Wohnzeitbeschränkungen umzuwandeln.“
So traf man sich gestern ab 13 Uhr am Markt zur Demonstration – für Freiräume und anlässlich des Juzi-Geburtstages. Die Besucher der Göttinger City nahmen dies gewohnt lässig. Da die Auftaktfeierlichkeiten im JuzI wohl etwas länger gedauert hatten, gab es die ersten Redebeiträge erst kurz von 13.30 Uhr. „Im innerstädtischen Raum kann man nur Geld ausgeben.“ oder „Es gibt keine neuen bezahlbaren Wohnungen in der City“, so die Redner und forderten einen „Alltag jenseits der üblichen Scheußlichkeiten“.
Als der Zug dann am Wilhelmsplatz ankam, kam ein erstaunter Anwohner aus seiner Wohnung. „Wogegen wird denn demonstriert?“, fragte er – und bekam umgehend, der besseren Information wegen, einen Handzettel überreicht.
Unter Aufsicht des polizeilichen Einsatzleiters, Polizeioberrat Dieter Riekmann, bahnte sich der Zug seinen weiten Weg durch die City bis zum Kreuzbergring und wieder zurück zum JuzI. „Schon am Freitag gab es keinen Grund einzugreifen“, berichtete Riekmann. Überhaupt war die Stimmung während der Demo sommerlich friedlich – auch ein Weg, auf die Probleme aufmerksam zu machen! Bei „Alfredo“ und bei „Cron & Lanz“ saß das Göttinger Demopublikum in der ersten Reihe und eine von Demonstranten mit dem Aufdruck „Streichhölzer statt Nationalstölzer“ verteilte Zündholzpackung wird einen der Juzi-Gründer, heute wohnhaft in Berlin, erreichen. Und die Feierlichkeiten rund ums Juzi gehen weiter: Happy Birthday!
Die offizielle Polizeimeldung zur Demo:
„Here to stay“ - 500 Angehörige der Linken Szene demonstrieren friedlich für „"Die Erschaffung und Freihaltung von Freiräumen“Göttingen, Innenstadt, Samstag, 11. August 2007, 13.00 bis 15.30 Uhr
(jk) Rund 500 Angehörige der sog. linken Szene haben am Samstagnachmittag (11.08.07) in der Göttinger Innenstadt friedlich für die „Erhaltung und Erschaffung von Freiräumen“ demonstriert. Die Versammlung unter dem Motto „Here to stay“ war eingebettet in eine Veranstaltungereihe anlässlich des 25jährigen Bestehens des Göttinger Jugendzentrum Innenstadt (JuzI).
Unter Mitführung eines Treckers mit Anhänger (Straßentheater), eines Lautsprecherwagens und verschiedener themenbezogener Transparente bewegte sich der Aufzug im Anschluss an die Auftaktkundgebung vom Markt aus durch mehrere Straßen der Innenstadt und u. a. über den Campus der Universität. Auf der angemeldeten Marschroute wurden mehrere kurze Zwischenkundgebungen mit Redebeiträgen abgehalten. Ohne nennenswerte Zwischenfälle endete die Demonstration gegen 15.30 Uhr auf dem JuzI-Parkplatz in der Bürgerstraße.
Ein Großteil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer feierte anschließend auf dem Parkplatz weiter und besuchte die rund um das und im JuzI selbst stattfindenen Jubiläumsveranstaltungen. Die Feierlichkeiten mit Musikkonzerten, einem Flohmarkt, Ausstellungen und Info-Ständen sollen noch bis in die späten Abendstunden andauern.
Einsatzleiter Polizeioberrat Dieter Riekmann führt den störungsfreien, friedlichen Demonstrationsverlauf insbesondere auf das angemessene Kräftekonzept zurück. Die Polizei hatte mehrere Einsatzhundertschaften der Bereitschaftspolizei und des polzeilichen Einzeldientes während der Demonstration im Einsatz.

