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Bürgerinitiative
Es reicht: „Die B3 ist keine Autobahn!“
Jeden Tag wälzt sich eine Blechlawine über die B3 durch Groß Ellershausen. Seitdem Lkw auf der Autobahn Maut zahlen müssen, sind es noch einmal deutlich mehr Brummis geworden, die durch den Ort dröhnen. Lichtet sich die Autoschlange ein wenig, wird zum Teil rücksichtslos gerast. Die Anwohner der B3 sind eigentlich hart im Nehmen, aber jetzt reicht es ihnen doch. Ein Stammtisch, an dem sich fast alle Anwohner beteiligen, kämpft für Verbesserungen.
Weniger Lärm, bessere Luft, weniger Raser und ein sicherer Schulweg – das sind die Forderungen des Stammtischs, der bereits aktiv geworden ist. „Manchmal denke ich, den Auto- und Lkw-Fahrern ist gar nicht bewusst, dass die B3 keine Autobahn ist und sie sich in einem Ort befinden, wo Menschen wohnen“, so Stammtisch-Sprecherin Sabine Arndt. Sie und Torsten Nußbaum haben die kämpferische Runde ins Leben gerufen.
Dass sie die Bundesstraße nicht in eine begrünte Tempo 30-Zone umwandeln können, ist den Anwohnern bewusst, aber: „Wir wollen alle Verbesserungen durchsetzen, die möglich sind und uns deshalb zustehen! Und das bevor etwas Schlimmes passiert.“ Sabine Arndt: „Wir wären ja schon mal zufrieden, wenn sich alle an die jetzt bestehenden Regeln halten würden. Aber gerade die Fahrzeuge, die aus Richtung Dransfeld nach Groß Ellershausen hereinfahren, sind oft deutlich schneller als Tempo 50 und rasen rücksichtslos durch den Ort. Und mittlerweile ist es aus dem Ort heraus auch nicht viel besser mit der Raserei!“
Früher gab es am Ortseingang ein fest installiertes Blitzgerät, das ist aber schon seit Jahren außer Betrieb und abgebaut. Es gibt keine Hoffnung auf eine neue Radarstation: Die Stadt habe zu wenig Geld, beschränkt sich auf mobile Radarkontrollen: „Die stehen aber so auffällig und von weitem gut sichtbar an der Straße, dass alle rechtzeitig herunterbremsen und die ganze Sache wirkungslos bleibt“, berichtet Torsten Nußbaum.
Die Anwohner wollen jetzt mit ersten Maßnahmen den Autofahrern bewusst machen, dass hier Tempo 50 angesagt ist. Die gerade von der Stadt angeschafften Geschwindkeitswarntafeln sollen demnächst in Groß Ellershausen messen und aufzeichnen. Eine mündliche Zusage der zuständigen Stelle liegt bereits vor. Außerdem soll auf die Geschwindigkeitsbeschränkung zusätzlich mit großen Ziffern auf der Straße hingewiesen werden.
Und: Den Anwohnern ist aufgefallen, dass die Ortsschilder zum Teil eher im Ort stehen als davor. Eine Versetzung bis an die äußerste Grenze wäre wichtig, denn: „Die Strafen für Raser sind innerorts deutlich empfindlicher als außerorts, weshalb viele Fahrer nach dem Ortsschild vorsichtiger fahren. Außerdem hat ein Ortsschild noch eine ganz andere Signalwirkung als eine schlichte Tempobeschränkung“, so Nußbaum.
Alle sechs Wochen werden beim Stammtisch neue Ideen gesammelt, wie man Raserei, Lärm und Gestank an der B3 bekämpfen kann. Neue Mitstreiter sind jederzeit herzlich willkommen. Der Stammtisch trifft sich das nächste Mal am 10. August um 19 Uhr in der Pizzeria D‘Angelo an der Dransfelder Straße. Dann geht es unter anderem um die Organisation einer Plakataktion.


