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Drama in Kleingartenkolonie
Giftanschlag auf wertvolle Kois
Ein schwarzes Loch, wo sich sonst 15 bunte Koi-Karofen tummelten. Der liebevoll gepflegte Teich der Kruses wurde zur Todesfalle. Foto: Wenzel
Für Gartenbesitzer ist es eigentlich die schönste Zeit des Jahres. Nach dem langen Winter erwacht das Leben in der Natur. Für Christel und Erwin Kruse ist es jedoch ein trauriger Frühling, unbekannte Täter haben ihren Teich vergiftet, 12 ihrer geliebten, handzahmen Koi-Karpfen sind verendet. Der wunderschön gepflegte Teich wurde zur Todesfalle und ist nicht einmal mehr schön anzusehen.
1993 übernahm das Ehepaar eine Parzelle im Kleingartenverein Am Fuchsberg. Die beiden krempelten die Ärmel hoch und machten aus dem Garten ein kleines Paradies. Das Prunkstück war der Teich, in dem sie die unterschiedlich gefärbten Koi-Karpfen hielten. „Damit sich die Fische wohlfühlen, ist ein hoher Aufwand nötig. Jeden Tag, auch im Winter, schauen wir nach dem rechten. Das ist für uns keine Arbeit, das war unsere größte Freude“, berichtet Christel Kruse. Damit auch ja nichts schiefgeht, ließ sich das Ehepaar von Anfang an von Profis beraten. Eine aufwändige Filteranlage sorgte für optimale Wasserqualität, regelmäßig sei das Wasser getestet worden. 14 Jahre lang fühlten sich die Koi-Karpfen bei den Kruses pudelwohl, wuchsen und gediehen, wurden von den Gartennachbarn gerne bestaunt und besucht. „Die waren ja so zahm, dass man sie mit der Hand füttern und streicheln konnte. Das machte besonders den Kindern Spaß“, so Christel Kruse. Getrocknete Seidenraupen mochten ihre Lieblinge am liebsten. Dann im Mai letzten Jahres der erste Schock: Als Kruses in ihren Garten kamen, schwomm einer der Fische tot an der Wasseroberfläche. Schaum im Teich und in der Filteranlage... Kruse: „Jemand muss Spülmittel oder Seife ins Wasser geworfen haben, die Fische atmen das natürlich durch die Kiemen ein und können daran sterben.“ Bis auf den einen toten Koi konnten die Kruses im Mai 2008 alle anderen Fische retten: „Wir mussten den ganze Teich leerpumpen und die Filteranlagen mehrfach spülen.“ Ab da war immer ein bisschen Angst im Spiel wenn das Ehepaar Kruse nach seinem Teich schaute. Sorgfältig machten sie gegen Ende des Jahres den schönen Teich winterfest und hofften darauf, dass alles nur ein Dummer Jungen-Streich war und sie im Frühling wieder viel Spaß an ihren Kois haben könnten. Aber es kam anders: Im Februar lag Christel Kruse im Krankenhaus und bekam hier die Nachricht, dass ein Koi tot an die Wasseroberfläche gekommen war. Dem einen Fisch folgten noch mehrere. Und sogar die viel weniger empfindlichen Frösche starben rund um den Teich. Trotz Winterruhe mussten die Koibesitzer schnell handeln. Sie holten die Fische aus dem Wasser, pumpten den Teich wieder einmal leer. Diesmal war kein Spülmittel im Spiel, sondern tödlicheres: „Der Phosphatwert im Wasser war viel, viel zu hoch! Wir haben uns gleich an Fachleute gewandt und erfahren: So hohe Werte gibt es nur, wenn jemand gezielt nachgeholfen hat“, berichtet Christel Kruse. Nur drei von den 15 Kois konnten sie noch retten. „Ich habe nur noch geweint! Wer macht denn so etwas? Das ist ja schlimmste Tierquälerei!“ ist Christel Kruse entsetzt. Der finanzielle Verlust von mehreren tausend Euro, die die zum Teil weit über zehn Jahre alten Zierkarpfen wert waren, kommt noch dazu... Die Kruses aber wissen sich zu wehren. Sie haben Anzeige gegen Unbekannt erstattet und die Aussichten, den Täter zu finden, stünden nicht schlecht. „Nach dem ersten Anschlag im Mai haben wir einen unbestechlichen Beobachter eingesetzt“, hält sich die Koibesitzerin noch bedeckt. Auch hätten sich bereits einige Zeugen gemeldet, die bei der Suche nach dem Tierquäler helfen könnten. Der ExtraTiP bleibt dran und wird vom Ergebnis der Ermittlungen berichten.

