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Universitätsmedizin
Göttinger Erfolg im Kampf gegen Krebs
Der „molekulare Link“ zwischen Alzheimer und Krebs bringt Hoffnung für Krebspatienten. Foto: Bilderbox
Wer an Krebs erkrankt, ist auffällig geschützt vor Alzheimer. Das legen Beobachtungen nahe: Menschen gleichen Alters mit einer Krebserkrankung erkranken weniger an der Alzheimer Demenz. Ein wechselseitiger Zusammenhang zwischen Krebs und Alzheimer wird weltweit diskutiert. Wissenschaftler der Arbeitsgruppe für Molekulare Psychiatrie unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Bayer (kl. Foto) an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) lieferten jetzt eine Erklärung für das Phänomen
Die Forschungsergebnisse sind vorab online veröffentlicht in der aktuellen Ausgabe des renommierten „Journal of Biological Chemistry“.
Die Ergebnisse von Bayers Göttinger Arbeitsgruppe zeigen, dass APP bei Krebs und Alzheimer offenbar eine unterschiedliche Rolle spielt: „Bei Tumoren findet sich eine Betonung der wachstumsfördernden Funktion von APP. Es tritt daher als wichtiger Tumor-fördernder Faktor auf. APP schützt und unterstützt Krebszellen, die vor allem immer weiter wachsen wollen“, so Prof. Bayer. Bei der Alzheimer Demenz ist das genaue Gegenteil der Fall. Hier fehlt die Zell-schützende Funktion von APP. Prof. Bayer: „Bei der Alzheimer Demenz scheint das Gleichgewicht zwischen schützender Funktion und giftiger Wirkung verschoben zu sein. Es überwiegt die toxische Funktion. Dies konnten wir in Tiermodellen belegen.“
Ebenso konnte belegt werden, dass durch „knock-down“ (also das Ausschalten) von APP das Wachstumsverhalten von Tumorzellen verlangsamt wird. Bei der systematischen Suche nach einem APP-abhängigen Krebs-Hemmstoff war das Team auch erfolgreich. „Die Befunde zeigen, dass die Behandlung (...) das Tumorwachstum reduziert, indem sie gezielt die wachstumsfördernde Funktion von APP reduziert“, erklärt Prof. Dr. Thomas Bayer.