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37073 Göttingen
175.000 Euro investiert und kein Nutzen
Göttinger Poller-Allergie
Sie sind immer wieder ein Graus für die Autofahrer. Automatikpoller, die dafür Sorge tragen, dass eigentlich nur der Busverkehr die Straße passieren kann. Kommt der Poller ausgerechnet dann hoch, wenn mein Auto drüberfährt? Diese Angst kann den Göttingern genommen werden, denn alle Poller, die insgesamt 175.000 Euro gekostet haben, sind außer Betrieb gesetzt. Die Grünen im Rat der Stadt sprechen von einer „Göttinger Poller-Allergie“. Ist das nicht ein Fall für das Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler?
Wer hat diesen Betrag investiert?, fragen die Grünen weiter. Die Standorte nahe der Universität wurden durch Landesmittel zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse im Universitätsbereich im Rahmen der Stellplatzablösebeträge finanziert, die Poller auf den Zietenterrassen habe die IDB Zieten bezahlt, berichtet der Stadtbaurat. Ein Risiko auf Rückzahlung der Investitionskosten bestehe nicht, so Dienberg.
Die Grünen fragen weiter: Von Maastricht bis Istanbul erfüllten die Automatikpoller ihre Funktion, warum nicht in Göttingen? Es dränge sich der Eindruck auf, dass der Einbau einer „Busschleuse“ mit beweglichen Pollern wegen des Unglücks vor Jahren mit einem Stadtbus in der Goßlerstraße bewusst nicht weiter verfolgt wurde. Zwei Poller wurden von der Universität außer Funk-tion gesetzt, diese habe die Stadt lediglich über eine Ausschreibung für die Uni beschafft und auf der universitätseigenen Straße (gehört dem Land Niedersachsen) errichtet. Die übrigen Poller wurden von der Stadt außer Funktion gesetzt, berichtet der Stadtbaurat. Ursache sei eine Vielzahl von Unfällen insbesondere mit Busbeteiligung gewesen.
Und was soll nun mit den Pollern passieren? Zwei befinden sich im Besitz der Universität, der in der Goßlerstraße wurde schon abgebaut, so Dienberg. Die drei städtischen Poller bleiben außer Betrieb. Sie müssten folglich auch nicht gewartet werden, erläutert Dienberg. Die vor zehn Jahren verwendeten Computersteuerungen entsprechen zudem nicht mehr dem Stand der Technik, eine Wiederinbetriebnahme sei technisch sehr aufwändig und mit entsprechenden Kosten verbunden, rechnet Dienberg vor. Es sei nicht geplant, weitere Poller anzuschaffen beziehungsweise die bestehenden Anlagen wieder in Betrieb zu nehmen.
Ein kleines Einfamilienhäuschen im Wert von 175.000 Euro liegt also versenkt im Göttinger Boden – und wird da wohl auch bleiben...


