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Schäden durch die heftigen Wetterkapriolen
Renaissance für Blitzableiter?
Da hat es wieder heftig eingeschlagen – Häuser und vor allem die vielen elektrischen Geräte sind nicht mehr ausreichend dagegen geschützt. Foto: Wenzel
Kein Dach ist so stark wie ein Stier, wenn ein Blitz darauf niedergeht – und erst recht keine Telefonanlage. Die haben bei den heftigen Wetterkapriolen mit Blitz und Donner in dieser Woche in Bovenden, aber auch auf den Zietenterrassen in Göttingen Schaden genommen.
Doch nicht nur Pflanzen litten. In Bovenden und Eddigehausen legte ein Blitz schon am vorletzten Freitag viele Telefone lahm. „Alles in Ordnung“ bekamen die Anwohner auf Nachfrage von der Telekom zu hören. Es war aber nicht so und das erkannte dann auch das Unternehmen. „Montag zwischen 10 und 12 Uhr wird das Problem behoben“, so die nächste Aussage. So war es schließlich auch, doch es hielt nur bis zum nächsten Gewitter. Ab Dienstagabend konnten wieder viele Fleckenanwohner nicht auf dem Festnetz telefonieren. Das Problem wurde bis zum Donnerstag behoben. Dazu berichtet die Bovender Fleckenbürgermeisterin: „Etwa 300 Anschlüsse in Eddigehausen und im oberen Bovenden waren betroffen – unser Rathaus nicht!“, so Heidrun Bäcker. „Man stellt bei solchen Anlässen immer wieder fest, wie abhängig wir von der Technik sind.“
In Göttingen waren die Zietenterrassen vom Unwetter wohl am stärksten betroffen, sogar ein Kugelblitz ist hier gesichtet worden. Betroffen war auch das Fitnessstudio des ASC 46 Göttingen. „Am Dienstagabend hat uns das Unwetter richtig zugesetzt“, so der ASC-Vorsitzende Jörg Schnitzerling. „Die Telefonanlage, Fernseher, Alarmanlage, die Regelung der Sauna und die Photovoltaikanlage sind in Mitleidenschaft gezogen worden“, so Schnitzerling. „Wir werden nun alle Maßnahmen ergreifen und uns an die veränderten Verhältnisse anpassen“, so Schnitzerling. Bis zum Freitag konnte ein Großteil der Probleme gelöst werden.
Aber wie kann man sich und seine elektrischen Anlagen vor den Auswirkungen eines Blitzeinschlages schützen? Der ExtraTiP fragt nach. Elektromeister Michael Metz sagt: „Man sollte sich in jedem Fall Überspannungsschutzgeräte zulegen, in vernünftiger Qualität kosten die etwa 50 Euro.“ Damit seien die elektronischen Geräte wie Fernseher oder Kühlschrank gesichert. „Solche Geräte gibt es auch für Telefon und Antennen“, so der Fachmann und empfiehlt, „die sollten aber immer zusammen mit einem Blitzableiter stehen!“
Blitzableiter werden immer seltener in Neubauten eingebaut, einerseits, um Kosten zu sparen und andererseits, weil die Hausratversicherung für Blitzschäden zahle, so die Erfahrungen von Metz. Aber es helfe den Betroffenen ja wenig, wenn die Hausratversicherung für Blitzschäden aufkomme und die Geräte ersetze. „Denn was ist mit den vielen Daten?“ fragt Metz. Die seien häufig unwiederbringlich verloren und zudem dauere es ja auch einige Zeit, bis die Geräte wieder ersetzt seien.

