Freitag, 10. Februar 2012

- letzte Aktualisierung: 09.02.2012 um 15:44 Uhr


Leserservice

Haben Sie Fragen, Anre- gungen oder Probleme mit der Zustellung?

Extra Tip Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. 9:00 - 18:00 Uhr
Prinzenstraße 10-12
37073 Göttingen

Schützenplatz-Bombe:

Weitere Verdachtsfälle
Areal bleibt gesperrt

Drückten ihre Trauer und ihr MItgefühl mit den Angehörigen der Toten und Verletzten aus: Hans-Peter Suermann, Innenminister Uwe Schünemann und Polizeipräsident Robert Kruse. Foto: Conrad

Drückten ihre Trauer und ihr MItgefühl mit den Angehörigen der Toten und Verletzten aus: Hans-Peter Suermann, Innenminister Uwe Schünemann und Polizeipräsident Robert Kruse. Foto: Conrad

Mittwoch mittag gaben Stadtverwaltung und Polizei erste konkrete Informationen zu der Bombenexplosion auf dem Schützenpatz. Sowohl die drei Toten (55, 52 und 38 Jahre alt) als auch die Verletzten (zwei schwer, vier leicht Verletzte) waren Mitglieder des Kampfmittelräumdienstes. Das Unglück ereignete sich während die eigentliche Entschärfung vorbereitet wurde.

(Göttingen / star) Um 17.05 am Dienstag habe sich der Verdacht bestätigt, dass es sich um eine Bombe handele berichtete Polizeipräsident Robert Kruse. Um 20.19 Uhr war der erste Gefahrenbereich (Radius 300 Meter) evakuiert gewesen, für 22.45 Uhr, nach Abschluss der Evakuierung in einem Radius von 1000 Metern, sei die Entschärfung geplant gewesen.
Dazu kam es nicht. Um 21.36 Uhr detonierte während der Vorbereitung der Entschärfung die Zehn-Zentner-Bombe. Was für Vorbereitungshandlungen das gewesen seien, ließe sich noch nicht sagen, da die anwesenden Kollegen verständlicherweise noch nicht befragt werden konnten. Die drei Getöteten hätten sich aber im unmittelbaren Umfeld der Bombe befunden
Bei den drei Männern handelte es sich um ein erfahrenes Team, das schon 600 bis 700 Bomben unfallfrei entschärft hatte. Überhaupt sei aus Niedersachsen nur ein Fall bekannt, in dem es bei der Entschärfung einer Bombe zu einem Unfall gekommen wäre.
Anwohner seien bei der Detonation nicht zu schaden gekommen, Gebäude seien auch nicht ernsthaft beschädigt worden.
Allerdings habe man Bombensplitter in einer Umgebung von mehreren hundert Metern gefunden. Wer noch Splitter findet, ist angehalten, diese umgehend der Polizei zu melden!
Jetzt ist die Angst vor weiteren Bomben natürlich groß. Für Alt-Göttinger ist es seit Jahrzehnten ein offenes Geheimnis, dass sich auf dem Areal rund um den Schützenplatz wohl noch etliche Blindgänger befinden könnten. Der Erste Stadtrat Hans-Peter Suermann, der den im Urlaub weilenden Oberbürgermeister vertritt, sprach von einer Anzahl Verdachtsflächen in zweistelliger Höhe! Dabei handele es sich aber um keine konkreten Verdachtsfälle.
Der Schutz der Bevölkerung habe jetzt auf jeden Fall höchste Prorität, weshalb das Gelände im 300 Meter-Radius auf jeden Fall auch am  Donnerstag noch gesperrt bleibt. Zwei Schulen, eine Kita und ein Pharma-Unternehmen bleiben geschlossen. Zwei Anwohner-Familien müssen noch bei Freunden ausharren, bleiben evakuiert.

Thüringen hat seinen Kampfmittelräumdiest zur Verstärkung geschickt, auf dem Schützenplatz wird zurzeit untersucht, wie gefährlich die Situation ist. Am Donnerstag vormittag soll entschieden werden, wie es in dem Gebiet weitergeht.

zurück