Freitag, 30. Juli 2010

- letzte Aktualisierung: 30.07.2010 um 02:21 Uhr


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Junges Theater

Mit Power und Begeisterung

Das neue Team des Jungen Theaters (v.l.): Florian Kleine,  Daniel Sellier, Andreas Döring, Peter Hilton Fliegel, Gaby Brauer  (Verwaltung), Jan Reinartz und Martin Schneider (Öffentlichkeitsarbeit).  Foto: Wenzel

Das neue Team des Jungen Theaters (v.l.): Florian Kleine, Daniel Sellier, Andreas Döring, Peter Hilton Fliegel, Gaby Brauer (Verwaltung), Jan Reinartz und Martin Schneider (Öffentlichkeitsarbeit). Foto: Wenzel

Am Jungen Theater in Göttingen tut sich was! Nach den ganzen Querelen und der Abwicklung der Insolvenz geht es mit Elan in die kommende Spielzeit, der künstlerische Leiter Andreas Döring stellte jetzt das neue JT-Leitungsteam, das neue Ensemble und den neuen Spielplan vor. Motto der Spielzeit 2004 / 2005: „Die Sache will‘s!“

Döring weiß um die schwere seine Aufgabe: „Wir müssen beweisen, dass das Junge Theater in dieser Stadt noch Relevanz hat. Und wir stehen auch als Betrieb auf dem Prüfstand.“ Vorrangiges Ziel sei es, das JT aus dem „Sumpf der Vergangenheit“ herauszuziehen.
Gerade weil die Finanzsituation so knapp wie noch nie ist, sei ein Bilanzüberschuss das Ziel: „Wir müssen erfolgreich sein. Denn die Antwort auf weniger Geld kann nur mehr Arbeit sein“, gibt der JT-Chef die Parole aus. Und die Chancen stehen gut.
Mit Peter Hilton Fliegel hat sich Döring einen alten Bekannten als Regisseur und Dramaturg an die Seite geholt, und diese Duo steht für den neuen Aufbruch, sie versprühen Power, Optimismus und vor allem Begeisterung. Gemeinsam mit den bewährten Kräften wie Agnes Giese (Schauspielerin und Regisseurin), den Schauspielerinnen Brit Kirstin Hennig und Sonja Elena Schroeder sowie die neuen Ensemblemitgliedern Daniel Sellier, Florian Kleine und Jan Reinartz („Ich bin hier der Quoten-Ossi“) laufen die Vorbereitungen für die neue Spielzeit auf Hochtouren.
Das Programm hat es in sich. Auftakt ist am 16. September mit der Premiere von „Frühlings Erwachen - im Nirvana“, die „Kindertragödie“ um das Erwachsen werden von Frank Wedekind mit Texten Kurt Cobains und Musik von der Kultband Nirvana hat Döring persönlich inszeniert.
Eine Woche später gibt es bereits die zweite Premiere, in dem Stück „Die Wolken kehren nach Hause zurück“ von der Italienerin Laura Forti geht es vor allem um die Frage „Wohin mit den ganzen Ausländern?“ Regisseur Peter Hilton Fliegel: „Welcher europäische Staat hat in den vergangenen 20 Jahren seine Einwanderungsgesetze nicht verschärft? Keiner!“
Darüber hinaus gibt es noch das Weihnachtsstück „Viel Lärm um nichts“, eine Neufassung des JT (Petra Giese) von Shakespeares Liebes(wahn)komödie über Freundschaft, Treue, Liebe, Verrat und Versöhnung.
Ein weiteres Highlight dürfte „Ladies Night“ von Stephen Sinclair und Anthony McCarten werden, das Stück zum Erfolgsfilm „Ganz oder gar nicht“, der Sozialkomödie über strippende Arbeitslose. Da werden eine Menge Männer auf der Bühne benötigt, da muss selbst Fliegel als Darsteller mit auf die Bühne: „Und ich musste schon versprechen, bis dahin ja nichts abzunehmen.“
In der tierischen Komödie „Die Kuh Rosmarie“ von Andri Beyeler geht es vor allem um die Frage „Warum darf ein Schwein kein Schwein sein?“ Eine wunderbare Geschichte für Kinder ab vier Jahren über das Anderssein, Toleranz und den Mut, sich selbst treu zu bleiben.
„Kochen mit Elvis“ von Lee Hall ist eine abgründige Familiengroteske mit einem kräftigen Schlag Sehnsucht nach Liebe. Weitere Aufführungen sind „Vermummte“ von Ilan Hatsor, ein spannender Polit-Krimi über Feindbilder und „Hautnah“ von Patrick Marber, ein Stück über „Menschen, die das Verlangen bis auf den letzten bitteren Zug austrinken. Denn Liebe ist ein Messer. Und Operationen am offenen Herzen können lebensgefährlich sein.“
Ergänzt wird das Programm durch das Rocktheater „Faust, schwer vermittelbar“ und die Jugendclubproduktion des JT, „subUrbia“ von Eric Bogosian nach dem Motto „Lügen ist ihre Muttersprache“.

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