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Basketball: BG gegen Hagen 76:69
13. Heimsieg: Den Phoenix eingeäschert!
Die Voraussetzungen für die BG Göttingen waren alles andere als gut. Auf gleich drei Spieler musste der Beko-Basketball-Bundesligist verzichten: Ben Jacobson (Bandscheibe), Dwayne Anderson (Knie) und Chester Frazier (Mittelhandbruch) fehlten gegen Phoenix Hagen. Doch auch wenn BG-Coach John Patrick nur wenig wechseln konnte, der Phoenix wurde in der mit 2910 Zuschauern gefüllten Lokhalle mit 76:69 (36:32) eingeäschert – aber eigentlich mehr niedergerungen. „Wir haben 35 Minuten arrogant gespielt“, so Trainer Patrick, dessen Mannschaft das Gästeteam des Tabellenvorletzten wohl nicht ernst genug nahm. Einzelaktionen sorgten für den knappen 13. Sieg im 13. Heimspiel.
Doch mit Hagen stellte sich ein hochmotiviertes Team vor, das sich vom schnellen Spiel der BG nicht den Schneid abkaufen lassen wollte. Jason Boone sorgt mit einem Dunking nach fast zwei gespielten Minuten für das erste Highlight. Das war’s dann auch mit der BG-Herrlichkeit. Die Gäste um den starken Chase Griffin setzten die Akzente und gingen in Führung, Coach Patrick an der Seitenlinie konnte es nicht mehr mit ansehen, nahm früh (4.) eine Auszeit.
Er fand wohl die richtigen Worte, denn Tayler Rochestie (Foto rechts) und Co. spielten konzentriert und setzen sich mit acht Punkten ab. Doch erneute technische Fehler und Fehlwürfe brachten die immer fightenden Gäste bis zur Viertelpause wieder heran. Das zweite Viertel, das Spiel wurde einfach nicht besser, war wiederum von vielen technischen Unzulänglichkeiten geprägt. Die BG Göttingen konnte keine Akzente im Teamplay setzen, wenn etwas gelang, dann waren es zumeist Einzelaktionen. Und die kamen von Rochestie, der über 35 Minuten auf dem Spielfeld war. Sollte er sich verletzen, dann sieht es für die BG ziemlich düster aus. Premiere im zweiten Viertel hatte Neuzugang Nico Adamczak, der auch gleich zwei Freiwürfe sicher verwandelte. Apropos Freiwürfe. Die gab’s auch für die BG und besonders für Jason Boone. Doch der hatte sich wohl Shaquille O’Neil für diesen Tag zum Vorbild genommen, traf insgesamt nur 3/11, zwei davon kurz vor der Halbzeitpause.
Nichts Neues in Viertel drei. Die abstiegsbedrohten Gäste fighteten, ein schönes Basketballspiel war es nie, Göttingen warf auf den Korb und traf selten. Dank Boone und dem wiedererstarkten Oliver setzten sich die Veilchen bis auf 48:40 ab, doch umgehend ließen sie die Zügel schleifen und nur Dank zweier verwandelter Freiwürfe von Rochestie blieben die Gastgeber in Führung.
Kam nun die erhoffte Leistungssteigerung? Nicht wirklich, denn die Partie blieb eng. Eine Schrecksekunde gab es, als Hagens Jonathan Kale den hoch in der Luft stehenden Boone unterlief und der unsanft und wohl ziemlich schmerzhaft auf dem Boden landete. Viel Eis sorgte für Linderung!
Bis drei Minuten vor Spielende, Hagens Jordan traf einen Dreier zum 67:67-Ausgleich, war die Partie völlig offen. Crunchtime: Die lieben Rochestie & Co.. Erst Oliver, dann Rochestie mit einem Dreier und ein Monsterblock von Boone – die Shotclock für Hagen lief aus: Ballbesitz Göttingen. Dass Hagens bester Griffin noch einen Dreier versenkte, spielte keine Rolle mehr. Rochestie verwandelte noch zwei weitere Freiwürfe, ein Verzweiflungsdreier von Griffin wird zum Airball, der 13. Sieg im 13. Heimspiel dieser Saison war mit zwei verwandelten Freiwürfen von Oliver unter Dach und Fach.
„Wir waren heute dicht dran, hier zu gewinnen“, so Hagens Coach Ingo Freyer. „Unsere Defense war gut, 22 Turnovers sind sehr ärgerlich.“ Am Montag spielen die Hagener wieder, die Hoffnung haben sie nicht aufgegeben. Göttingens Coach Patrick war ob des Sieges erleichtert, er vermisste besonders das Teamplay: „Unsere Einstellung war nicht so gut, am Ende waren wir glücklicher.“
Der Phoenix wird sich nach diesem Auftritt so schnell nicht aus der Asche erheben – er wird sich erst einmal, so sagt es die Mythologie, wieder in sein Nest setzen und verbrennen. Ein Ei bleibt übrig und dann wird irgendwann ein neuer Phoenix schlüpfen – vielleicht in der 2. Bundesliga.
Sollte die BG Göttingen unter den ersten Vier die Saison beenden, gibt’s ein Playoff - Problem. Denn die Lokhalle ist durch die Entscheidermesse blockiert. Man müsste ausweichen – nach Kassel, Braunschweig oder Hannover…
Punkte:
Rochestie 20/2, Olver 18, Boone 17, Kulawick 6/2, Little 5/1, Jordan 5/1, Mc-Naughton 3 und Adamczak 2.
Beste Spieler:
Rochestie, Boone - Griffin 20/4, Kruel 8.
Spielfilm:
4:7 (4.), 10:7 (5.), 15:9 (8.), 22:20 (16.), 34:29 (20.), 48:37 (24.), 51:49 (28.), 61:60 (33.), 72:69 (38.)
VT:
15:14, 21:18, 19:22, 21:15
Rebounds:
43 – 39
Trefferquote Feld:
34,7% - 44,2 %
Freiwürfe:
20 v. 31 - 15 v. 22
Zuschauer:
2 910


