Donnerstag, 09. Februar 2012

- letzte Aktualisierung: 08.02.2012 um 02:49 Uhr


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BG - Bamberg 59:71/ BG -Bremerhaven 65:90

Pokal für die Veilchen-Fans

Chris Oliver gegen Pedrag Suput. Foto: Nies

Chris Oliver gegen Pedrag Suput. Foto: Nies

Aus ist der Traum! Im Pokalhalbfinale verlor die BG Göttingen am Samstag in der Frankfurter Ballsporthalle nach großem Kampf 59:71 (29:39) gegen die Brose Baskets Bamberg. Im Spiel um PLatz 3 gab es dann am Sonntag eine 65:90 (39:52)-Niederlage gegen Bremerhaven. Pokalsieger wurde Bamberg durch einen 76:75 (43:32)-Sieg gegen Bamberg.

BG-Headcoach John Patrick war nach der Halbfinalniederlage enttäuscht: „Wir haben alles gegeben und hatten unsere Chance. Mit dummen Ballverlusten haben wir diese Chancen leider vergeben.” Dennoch bleibt die Teilnahme am Top4 der größte Erfolg der Vereinsgeschichte und aus dem Tanz auf drei Hochzeiten bleiben noch zwei übrig. Die Veilchen sind bereits für die Play Offs um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert und Ende des Monats ist die BG Gastgeber des Final Four um den Sieg in der EuroChallenge.
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Über 700 Veilchen-Fans hatten sich auf den Weg nach Frankfurt gemacht, drei Busse und zahlreiche Pkws, 250 Kilometer Autobahn ganz in lila. Die beteiligten Vereine konnten ihre eigenen Hallensprecher mitbringen, Andreas Lindemeier machte den Anfang, zwei Fan-Blöcke ganz in weiß und lila jubelten ihren Veilchen zu, eine Atmosphäre ganz wie daheim in der Lokhalle. Es ging auch gleich los wie in einem Heimspiel, Christopher McNaugthon brachte seine Farben zweimal in Führung, doch nur bis zum 6:6 (3.) blieb die Partie ausgeglichen. Die Bamberger zogen in der Folgezeit auf und davon, weil jeder ihrer Angriffe auch zu einem Korberfolg führte. Ob aus der Distanz durch Goldsberry, Gavel und Wyrick oder am Brett durch Suput und Brown, die Baskets konnten relativ unbehelligt von der BG-Defense in Ruhe einnetzen. Da auch in der Offense nichts zusammenlief und fast sämtliche Rebounds bei den Franken landeten, nahm das Debakel für das Rumpfteam der Veilchen seinen Lauf. Beim 8:17 (7.) nahm Patrick eine Auszeit.
„Die Bamberger sind wohl etwas ausgeruhter, weil sie sich rechtzeitig aus Europa verabschiedet haben”, verteilte Hartmut Niemann, Chef der Veilchen-Power, im „Auszeit-Interview“ mit Lindemeier einen kleinen Seitenhieb. Es lief wahrlich gar nichts zusammen bei der BG, die Vorstellung von Chris Oliver begleitete sein Coach nur noch mit einem resignierenden Kopfschütteln. Bamberg entschied das erste Viertel 11: 25 für sich.
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Im zweiten Durchgang zeigte sich dann endlich „Mister Downtown”, Taylor Rochestie gestaltete mit seinen Punkten das Ergebnis zumindest halbwegs erträglich. Aber was hatte die BG sonst noch zu bieten? Rochesties Kollegen trafen durch die Bank fast gar nichts, selbst von der Freiwurflinie ging nicht ein Ball rein, ehe Nico Adamczak erst im siebten (!) Versuch den ersten Freiwurf für seine Farben verwerten konnte. Dass der Rückstand zur Halbzeit beim 29:39 nur zehn Punkte betrug, lag sicherlich auch am Gegner, der angesichts der hohen Führung einen Gang zurückschaltete. Zu früh vielleicht? Die Veilchen-Fans gaben die Hoffnung jedenfalls noch lange nicht auf, da hatte man gegen Bamberg in anderen Spielen doch schon wesentlich höher zurück gelegen. Da sich die BG in der Defense deutlich steigern konnte und bei den Bambergern die Trefferquote von Minute zu Minute in den Keller ging, wurde es tatsächlich noch einmal spannend. Nach einem 18-Punkte-Rückstand hatten sich die Veilchen wieder auf 38:41 (27.) herangekämpft, zumal sie bis zu diesem Zeitpunkt nur zwei Punkte der Baskets nach dem Wechsel zugelassen hatten. Nicht auszudenken, wenn sie auch noch ihre Freiwürfe getroffen hätten. Nur zwei Pünktchen bei zwölf Versuchen, eine halbwegs normale Quote hätte hier zur Führung gereicht.
Jordan_querMit 42:47 ging es ins finale Viertel, da war noch alles drin. Und das letzte Aufgebot der Veilchen kämpfte bis zum Umfallen, zwang den Favoriten, ebenfalls bis an die Grenzen zu gehen. Bis zum 54:57 (36.) stand die Partie auf des Messers Schneide, selbst die Frankfurter Fans wechselten ins Göttinger Lager, doch dann warfen die Veilchen in wenigen Sekunden alles weg, was sie sich vorher so hart erkämpft hatten. Ballverluste von Little, Oliver, McNaughthon und Kulawick, Brian Roberts avancierte bei den Baskets jetzt zum Matchwinner, er zog jeweils das 5. Foul gegen Meeks und Boone und verwandelte seine Freiwürfe sicher, 54:63 zwei Minuten vor dem Ende war der Pokaltraum der Veilchen ausgeträumt. Hätten sie nur dieses erste Viertel nicht dermaßen verpennt...
Angesichts der Verletztenmisere konnten die Veilchen erhobenen Hauptes vom Spielfeld gehen: „Wir sind nach dem Rückstand noch mal zurückgekommen, haben dann aber die wichtigen Punkte nicht gemacht. Wir haben das Spiel auch an der Freiwurflinie verloren“, so Taylor Rochestie.
Baskets-Coach Chris Fleming war zufrieden: „Entscheidend war, dass wir heute konstant gut verteidigt haben und in wichtigen Phasen den Ball gut bewegt haben.“ Auffällig, dass auf beiden Seiten mit Rochestie, Goldsberry, Gavel und Roberts die Kleinsten auf dem Feld die besten Scorer waren. „Wichtig war, dass wir die Führung verteidigt haben”, so die Bilanz von Gavel.
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Punkte: Rochestie 20/4, Oliver 9/1, Boone 8, Kulawick 6/2, McNaughton 6, Meeks 5, Little 2, Jordan 2 und Adamczak 1.   

Beste Spieler: Rochestie, Boone - Gavel 16/2, Roberts 13, Goldsberry 12/2. 

Spielfilm: 6:9 (4.), 8:19 (8.), 11:29 (12.), 21:31 (16.), 29:39 (20.), 31:41 (24.), 38:45 (28.), 47:53 (32.), 51:57 (36.)  

Viertel: 11:25, 18:14, 13:8, 17:24

Rebounds: 34 – 36

Trefferquote Feld: 37 % - 45 %

Freiwürfe: 4 v. 14 - 30 v. 36

Zuschauer: 5 500     ausverkauft

Es war ein starker Göttinger  Auftritt in der Frankfurter Ballsporthalle. Das Team kämpfte bis zum Letzten, die Verantwortlichen um Geschäftsführer Marc Franz, Gesellschafter Ulli Frank und Hallensprecher Andreas Lindemeier waren viel gefragte Interviewpartner und dann diese Fans! Über 700 Göttinger verwandelten die Halle in eine lila-weiße Riesenparty, Frankfurt war fest in Göttinger Hand. Selbst beim Abendspiel zwischen Frankfurt und Bremerhaven gaben die Göttinger den Takt vor. initiierten die La Ola und rissen die Fans aus Bremerhaven und Franfurt mit. „Auf diese Fans können wir stolz sein. Es macht einfach Spaß, mit dieser Mannschaft und seinen enthusiastischen Anhängern die Stadt Göttingen und die ganze Region zu repräsentieren”, so Marc Franz.
Schade nur, dass sich die Teilnahme am Top4 finanziell überhaupt nicht rechnet. Läppische 7 500 Euro bekommen die vier teilnehmenden Vereine, den ganz dicken Batzen streicht die BBL ein.
Fans_querViel Zeit zum Rechnen und Nachdenken bleibt eh nicht, am Mittwoch geht es in der BBL um 19.30 Uhr mit dem Heimspiel gegen Oldenburg weiter. Ab sofort können dann 3700 Zuschauer die Heimspiele der BG Göttingen verfolgen
Die Erhöhung der Zuschauerkapazität wird durch eine Erweiterung der Stehplatztribünen ermöglicht. „Wir freuen uns sehr, dass die Lokhalle diese Erweiterung möglich gemacht hat. Jetzt können wir der Kartennachfrage zu den noch anstehenden Spitzenspielen gegen Oldenburg, Bremerhaven und Berlin besser gerecht werden“, zeigt sich Franz zufrieden. Denkbar sei für die Zukunft auch eine Ausweitung der Kapazität auf 3900 Plätze.
Karten für die Partie gegen Oldenburg gibt es auch beim ExtraTiP in der Prinzenstraße 10 - 12. Ebenfalls angelaufen ist die 2. Phase des Kartenverkaufs für das Final Four in der EuroChallenge, Tickets gibt es ab sofort auch online, unter anderem auch unter  www.et-ticketshop.de.


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