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Basketball: MEG gewinnt 79:78
Starken Drachen ordentlich eingeheizt
Was für ein Krimi! Nach dem nervenaufreibenden Sieg bei Alba Berlin gewannen die Basketballer der MEG Göttingen auch ihr Heimspiel gegen die starken Artland Dragons aus Quakenbrück denkbar knapp 79:78 (37:41). Ein ganz wichtiger Sieg, denn mit diesem Erfolg setzen die Veilchen ihren Weg Richtung Tabellenspitze weiter fort, sie besiegten einen direkten Konkurrenten um die Play Off- und Pokalplätze und sie verteidigten ihre tolle Serie in der Lokhalle und bleiben daheim weiter ungeschlagen. „Ich finde, Quakenbrück hat deutlich härter gespielt als wir und hat auch mehr Teamplay gezeigt. Zudem waren sie mental besser vorbereitet als wir. Der Schlüssel zu unserem Sieg waren letztlich unsere Offensiv-Rebounds“, analysierte Head-Coach John Patrick nach dem Spiel.
Die MEG aber ließ sich nicht beeindrucken, kämpfte sich gegen eine starke Artland-Defense ins Spiel, Chris Oliver sorgte beim 9:7 (4.) für die erste Führung seiner Veilchen. Dwayne Anderson mit zwei Dreiern in Folge schoss ein 15:12 heraus (6.), doch die Dragons präsentierten sich weiter äußertst aggressiv und gingen auch das Tempo der Gastgeber problemlos mit. Da sie auch noch besser trafen, ging das erste Viertel überraschend 17:21 an die Gäste.
Auch im zweiten Viertel dominierten die Gäste mit ihrer effektiven Spielweise die Partie. Sie ließen keine einfachen Punkte der MEG zu und nutzten im Gegenzug die wenigen Löcher in der Veilchen-Defense konsequent. Dass die Gastgeber im Spiel blieben, hatten sie vor allem einem sehr treffsicheren Dwayne Anderson und einem gut aufgelegten Christopher McNaughton zu verdanken. Und wenn spielerisch nichts geht und die Bälle einfach nicht reingehen wollen, muss eben Basketball gekämpft statt gespielt werden. Es blieb eine intensive Abwehrschlacht, in der die Dragons im ersten Durchgang mit 37:41 die Oberhand behielten. Sollten die starken Dragons die erfolgreiche Heimserie der MEG beenden?
Vor allem in der Offense war mehr Tempo und Kreativität gefragt, um die Drachen endlich zu knacken. Jason Boone machte es vor, riss seine Mannschaft mit seinem Einsatz und unbedingten Siegeswillen mit. Beim 46:43 (22.) waren die Gastgeber wieder vorn, da war jetzt wesentlich mehr Dampf drin als vor der Pause. Die Dragons blieben durch Dreier von Charles Lee und Ronald Ross im Spiel, doch sollten auch die Kräfte der Dragons reichen? Die hatten noch das Heimspiel gegen Braunschweig am Mittwoch in den Knochen, also hieß es Tempo machen und den Gästen keine Verschnaufpause gönnen.
Überhaupt nicht ins Spiel fand bis zu diesem Zeitpunkt Taylor Rochestie, der von der Gäste-Defense fast komplett aus dem Spiel genommen wurde. Und so fehlte den Veilchen wie schon im ersten Durchgang eine wichtige Option im Angriff, da wirkten die Versuche oft hilflos, den Abwehrverband der Quakenbrücker zu knacken. Auszeit MEG beim 53:58, Patrick nahm sein Team noch einmal in die Pflicht, gab taktische Anweisungen und seine Mannschaft war plötzlich wieder da, mit einer 61:60-Führung ging es in das Schlussviertel. Noch ein Krimi gleich im ersten Spiel des Jahres!
Was für eine Dramatik, die Fans standen wie eine Mauer hinter ihrem Team, schließlich ging es nicht nur darum, den Berlin-Sieg zu vergolden, sondern auch die weiße Weste in der Festung Lokhalle zu verteidigen. Aber in der ausgeglichenen Partie konnte sich auch in der Folgezeit kein Team absetzen, die Führung wechselte hin und her. Wie schon im Hinspiel sollte es bis zur letzten Sekunde spannend bleiben, 72:70 hieß es 81 Sekunden vor Schluss, Chris Oliver zieht das 5. Foul gegen Nathan Peavy, verwandelt die Freiwürfe zum 74:70, noch 41 Sekunden. Dreier von Toby Bailey zum 74:73, noch 27 Sekunden. Foul an Rochestie, beide Freiwürfe drin zum 76:73, noch 16 Sekunden. Zwei Freiwürfe von Ross zum 76:75, Auszeit Göttingen, noch 12,7 Sekunden. Ben Jacobson zeigt Nerven, vergibt einen Freiwurf und holt sich Sekunden später den Steal, noch mal an die Linie, beide drin, 79:75 und nur noch 1,9 Sekunden! Die Lokhalle feiert, da sitzt keiner mehr! Bailey rettet den Dragons mit dem letzten Schuss noch den direkten Vergleich, 79:78, Ende, Aus!
„Das hat Nerven gekostet, aber gewonnen ist gewonnen“, atmete Oberbürgermeister Wolfgang Meyer nach dem Neujahrskrimi kräftig durch. Auch Coach Patrick fiel ein Stein vom Herzen: „Am Ende waren wir natürlich glücklich darüber, dass wir unsere Freiwürfe getroffen haben. Leider haben wir unser zweites Ziel, den direkten Vergleich zu gewinnen, nicht erreichen können.“ Artland-Coach Thorsten Leibenath: „Das war ein Spiel auf hervorragenden Niveau und hätte zwei Sieger verdient gehabt!“
Punkte: Anderson 21/4, Oliver 21, McNaughton 10, Boone 8, Jacobson 6/1, Little 6, Rochestie 6, Frazier 1.
Beste Spieler: Anderson, Oliver, McNaugthon - Ross 12/2, Peavy 11/1, Prewitt 10/1, Campbell 10/1.
Spielfilm: 7:7 (4.), 15:15 (8.), 21:25 (12.), 30:31 (16.), 37:41 (20.), 50:48 (24.), 57:58 (28.), 64:62 (32.), 67:68 (36.)
Viertel: 17:21, 20:20, 24:19, 18:18
Rebounds: 30 – 26
Turnover: 12 – 17
Assists: 10 – 22
Steals: 4 – 5
Trefferquote Feld: 43,8 % - 61,7 %
Freiwürfe: 18 v. 23 - 11 v. 17
Zuschauer: 3 474 ausverkauft
Düsseldorf - Braunschweig 80:78
Berlin - Paderborn 89:72
Bamberg - Oldenburg 67:78
MBC - Tübingen 77:87
Göttingen - Quakenbrück 79:78
Hagen - Gießen 68:65


