Freitag, 10. Februar 2012

- letzte Aktualisierung: 09.02.2012 um 15:44 Uhr


Leserservice

Haben Sie Fragen, Anre- gungen oder Probleme mit der Zustellung?

Extra Tip Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. 9:00 - 18:00 Uhr
Prinzenstraße 10-12
37073 Göttingen

Basketball: BG - ALBA 81:74

Veilchen schießen auch Albatrosse ab

Erleichterung und Frust: Ben Jacobson bejubelt die Entscheidung, Berlins Adam Chubb schlägt nur noch die Hände vors Gesicht. Foto: Reinhard

Erleichterung und Frust: Ben Jacobson bejubelt die Entscheidung, Berlins Adam Chubb schlägt nur noch die Hände vors Gesicht. Foto: Reinhard

Zwei Tage nach dem 100:72-Spektakel gegen die Eisbären aus Bremerhaven hat Basketball-Bundesligist BG Göttingen seine Jagd erfolgreich fortgesetzt. Vor der Rekordkulisse von 3700 Zuschauern in der Lokhalle schossen die Veilchen nach den Eisbären auch die Albatrosse ab, gegen ALBA Berlin gewann die BG auch ohne Jason Boone, Chester Frazier und Dwayne Anderson nach einer beeindruckenden Vorstellung 81:74 (36:32).

Durch den Erfolg über ALBA verbessert die BG ihre Heimbilanz auf 16 Siege bei nur einer Niederlage. Der Sieg über das EuroCup Final Four-Team aus Berlin verleiht den Veilchen rund eine Woche vor dem Final Four in der EuroChallenge einen zusätzlichen Schub an Selbstvertrauen. Über die gesamte Spielzeit zeigte sich das Team von Head-Coach John Patrick als ein ebenbürtiger Gegner für die „Albatrosse“. Das Spiel wogte hin und her. Ständige Führungswechsel kennzeichneten die Partie.
Schon das Auftaktviertel war eine hart umkämpfte Angelegenheit. In der Defense zogen beide Seiten von Beginn die Schrauben mächtig an. Mit 16:15 endeten die ersten zehn Minuten mit einem niedrigen Punktestand. Im zweiten Viertel waren es die Göttinger, die sich als erstes Team einmal klarer von ihrem Gegner absetzen konnten. Ein 8:0 Lauf schraubte den Spielstand auf 28:21. Zwischenzeitlich vergrößerte sich der Vorsprung sogar auf 36:26, doch mit zwei schnellen Dreiern in Serie verkürzte ALBA noch vor der Pause auf 36:32.
Im dritten Spielabschnitt riss ALBA das Spiel an sich. Die BG hatte Probleme zu guten Wurfgelegenheiten zu finden und markierte in dieser Phase nur 12 Zähler. ALBA zeigte sich hingegen sehr effizient, vor allem weil das Team von Luka Pavicevic immer wieder die eigenen Vorteile unter den Körben ausnutze. Die Centerriege Blagota Sekulic, Adam Chubb und Jurica Golemac stellte die Veilchen-Defense vor arge Probleme. ALBA eroberte so die Führung und setzte sich leicht ab. Kurz vor dem Ende der Viertels traf Chris Oliver einen eminent wichtigen Dreier, der den Göttinger Rückstand auf 48:53 reduzierte. Der Rahmen für ein packendes Schlussviertel vor 3700 lautstarken Zuschauern war bereitet. Die Zuschauerzahl bedeutet einen neuen Vereinsrekord für die BG, noch nie haben so viele Menschen ein Heimspiel der Veilchen mitverfolgt.
Der Start in die finalen zehn Minuten verlief zunächst erfolgsversprechend. Erneut war es Oliver, der seine Farben per Dreier bis auf zwei Punkte an die Berliner heran brachte. Berlin konterte jedoch erneut. Liga-MVP Julius Jenkins sorgte mit einem „großen“ Dreier fbeim 56:64 (34.) ür eine acht Punkte-Führung der Gäste. Bei noch knapp 5:30 Minuten zu spielen steckten die Göttinger jedoch nicht auf, ganz im Gegenteil. Mit einer wahren Energieleistung riss man das Ruder in der Partie erneut herum. Ein 11:0-Lauf sorgte für Begeisterungsstürme auf den Rängen. Ein Offensivfoul verleitete Derrick Byars zu lautstarken Protesten, worauf hin der Berliner mit einem zusätzlichen technischen Foul bedacht wurde, zeitgleich sein fünftes persönliches Foul. Die fälligen Freiwürfe und den anschließenden Ballbesitz nutze die BG zum Führungswechsel. Emotionaler Höhepunkt des Laufs war ein erfolgreicher Fadeaway-Jumpshot von Ben Jacobson aus der Ecke und in Bedrängnis – und das gerade noch rechtzeitig vor Ertönen der 24-Sekunden-Uhr.
Berlin setzte in Folge wieder auf das Spiel über die großen Leute. Ein Mittel, dass ALBA über die gesamte Spielzeit effektiv nutze. Weder Chubb, der per Dreipunktspiel den 72:72-Ausgleich markierte, noch Sekulic und Golemac leistete sich einen Fehlwurf aus der Zweipunkte-Distanz (12/12 Würfe in unmittelbarer Korbnähe). Bei nur noch knapp zwei Minuten zu spielen war die alles entscheidende Phase gekommen. Nach einem Freiwurftreffer von Michael Meeks und einer gelungenen Korbaktion von Chris Oliver führte die BG mit 75:72. Rashad Wright versuchte per Dreier den Ausgleich herzustellen, doch er vergab. Göttingen sicherte sich den Ball, Berlin musste foulen um die Uhr anzuhalten. Die fälligen Freiwürfe versenkte Ben Jacobson zum 77:72, bei nur noch 27 Sekunden Spielzeit. ALBAs letzte Chance endete in einem Ballverlust. Von der Freiwurflinie aus sicherte dann Taylor Rochestie den Erfolg seiner Veilchen. Durch das 81:74 gewann die BG erstmals vor heimischer Kulisse gegen ALBA Berlin. Im Hinspiel hatte die BG einen 86:82-Sieg in der o2 World erzielen können.
Roche_quer
Trainerstimmen:
Luka Pavicevic (ALBA Berlin) :
„Zunächst Gratulation an Göttingen zu einem exzellenten Sieg. Auch Glückwunsch zu einer sehr guten Saison mit dem Einzug in das Final Four der EuroChallenge. Ich hoffe wirklich, dass sie es schaffen, diesen Titel zu holen. Zum Spiel: Es war ein schweres Spiel, das bis zum Ende hin offen war. Die entscheidenden Aktionen fielen erst kurz vor Schluss. Wir haben unsere Chancen verpasst. Die letzten vier Punkte von Göttingen haben wir einfach zu leicht zugelassen. Auf der Gegenseite haben wir unsere offenen Schüsse nicht getroffen. Unsere Defense war im vierten Viertel einfach nicht gut genug. Noch einmal Gratulation an Göttingen. Es war ein tolles Spiel in einem tollen Ambiente. Für uns eine harte Niederlage. Jetzt müssen wir in den letzten zwei Heimspielen das bestmögliche Ergebnis rausholen.“
John Patrick (BG Göttingen) :
„Mein Dank an Luka Pavicevic für seine Glückwünsche. Man darf stolz darauf sein, wie ALBA Berlin den Basketball in Deutschland im EuroCup vertreten hat. Meinen Glückwunsch zu dieser Leistung. Zum Spiel heute möchte ich sagen, dass es ein sehr intensives Spiel war. Am Ende waren wir etwas glücklicher. ALBA hat das EuroCup Final Four hinter sich und zudem die Reisestrapazen in den Knochen. Wir waren am Ende denke ich einfach weniger müde. Unter den Körben hatten wir Probleme mit der Verteidigung gegen die Berliner. Chubb, Sekulic und Golemac sind ohne jeden Fehlwurf geblieben. Wir haben die großen Würfe getroffen, so wie Ben Jacobson bei seinem Wurf im vierten Viertel. Wir haben sicher auch wegen des Heimvorteils gewonnen.“

Punkte: Rochestie 19, Oliver 16/2, Meeks 12/1, Jordan 11/3, Jacobson 10/1, Little 8/1, Kulawick 3/1 und McNaughton 2.
Beste Werfer Berlin: McElroy 14/2, Sekulic 12, Jenkins 12/2 und Chubb 12

Taylor Rochestie war mit 19 Punkten erneut Top-Scorer der Veilchen. Foto: Reinhard

Taylor Rochestie war mit 19 Punkten erneut Top-Scorer der Veilchen. Foto: Reinhard

zurück