Leserservice
Haben Sie Fragen, Anre- gungen oder Probleme mit der Zustellung?
Extra Tip Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. 9:00 - 18:00 Uhr
Prinzenstraße 10-12
37073 Göttingen
Basketball: BG gegen Bremerhaven 83:78
Zwei Matchbälle für die Veilchen
Die Basketballer der BG Göttingen stehen mit einem Bein im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft. Im Spiel 3 der Play Off-Serie „Best of Five“ kämpften die Veilchen die Eisbären Bremerhaven 83:78 (40:45) nieder. Das bedeutet zwei Matchbälle für die BG, es fehlt noch ein Sieg zum Halbfinale entweder am Mittwoch in der Stadthalle Bremerhaven oder am Freitag daheim in der Lokhalle. Trainer John Patrick: „Das war heute Playoff-Atmosphäre pur. Die Freiwürfe und die ganzen Offensiv-Rebounds im Spiel haben gezeigt, dass die Spieler alles gegeben haben. Bremerhaven hat uns mit den Dreierschützen vor Probleme gestellt. Drevo, Schwethelm und Louis Campbell haben wichtige Dreier für Bremerhaven getroffen. Entscheidend für uns waren die zwei wichtigen Offensivrebounds in den letzten zwei Minuten. Ich bin stolz, dass unsere Defensive bis auf ein paar Abstimmungsfehler wieder voll da war.“ I
Es blieb wie erwartet die hart umkämpfte Partie zweier Teams auf Augenhöhe, in der die Eisbären ihre Führung weiter durch die starke Quote bei ihren Dreiern verteidigte (8 von 14 im ersten Durchgang). Die Gastgeber zeigten sich jetzt in der Defense zwar stark verbessert, doch das starke Eisbären-Trio Campbell, Schwethelm und Drevo punktete schon im ersten Durchgang jeweils zweistellig, mit 35 Punkten führten sie ihre Farben zu einer 40:45-Halbzeitführung.
Klar war zu diesem Zeitpunkt nur, dass sich kein Team eine Schwäche erlauben durfte. Wer hier zuerst in Sachen Kraft und Konzentration nachlässt, geht als Verlierer vom Platz. Und dass die BG bereit war zu kämpfen, demonstrierte sie gleich zu Beginn der zweiten Hälfte. Erst tankte sich John Little gegen drei Gegenspieler durch, dann verkürzte Michael Meeks im Nachsetzen auf 44:45 (23.). Die Eisbären aber hatten immer wieder eine Antwort parat, hielten ihr hohes Niveau weiter durch und zogen wieder auf 47:54 (27.) davon.
Die Veilchen kämpften weiter, immerhin war es ihre Lokhalle, da wollten sie zeigen, wer hier der Herr im Hause ist. Dreier von Jacobson und Jordan und mit seinen ersten Punkten brachte Euroheld Chris McNaughton seine Farben beim 57:54 erstmals wieder in Führung (29.). Wieder demonstrierten die Eisbären ihre Stärke, mit 59:64 ging es in die letzten zehn Minuten. Sollten die Veilchen den Schlüssel zum Erfolg an diesem Abend noch finden? Wer konnte jetzt die Führung übernehmen und das Team mitreißen? Die BG punktete zwar sehr ausgeglichen, doch Topscorer wie bei den Eisbären taten sich bis zu diesem Zeitpunkt nicht hervor. Einer der voranging war Kapitän John Little. Angeschlagen ins Spiel gegangen und früh mit vier Fouls belastet, kämpfte er in Defense und Offense gleichermaßen und führte sein Team auf 63:64 heran (32). Es war angerichtet für ein dramatisches Finale, in dem die BG Little und Boone jeweils durch ihr 5. Foul verloren, doch die Defense lief jetzt zur Bestform auf, da wurde kein Zentimeter verschenkt, da wurde gebissen und gekämpft bis zum Umfallen. Oliver brachte seine Farben mit einem Dreipunkte-Spiel 79:76 in Führung, Obereisbär Gibbs verkürzte durch zwei Freiwürfe auf 79:78. Und wer übernimmt jetzt Verantwortung? Anderson war es mit einem irren Korbleger aus der Drehung zum 81:78, noch 13 Sekunden. Die Eisbären vergaben durch Brooks den Dreier, Rebound bei der BG, Foul an Rochestie, der Sieg! Die Freiwürfe verwandelte Rochestie unter ohrenbetäubendem Lärm zum 83:78-Endstand.
Was hatten die Veilchen da für ein dickes Brett bohren müssen? Fast die gesamte Spielzeit über lagen sie gegen die besseren Eisbären zurück, am Ende drehten sie die Partie mit einem Kraftakt um. Ausgerechnet das BBL-Team, das in dieser Saison so viele Spiele absolvieren musste wie kein anderes! Das spricht für ihre Fitness und Willenskraft, zumal sie sogar die Schlacht unter den Brettern gegen die Reboundkönige der Liga mit 34:33 gewannen.
„Die Serie ist aber noch nicht vorbei. Jetzt erwartet uns sicherlich ein heißer Tanz in Bremerhaven“, so Patrick. Sein Gegenüber Douglas Spradley war sichtlich bedient, musste wie seine Spieler die Enttäuschung erst einmal verkraften und übersah wohl die Leistung der Schiedsrichter in den ersten 35 Minuten: „Zum Spiel möchte ich nicht viel sagen. Ich möchte keine Strafe riskieren. Das war eine super Atmosphäre und ein absoluter Playoff-Fight. Göttingen hat am Ende gewonnen.“
Punkte: Rochestie 19/1, Anderson 13/1, Oliver 12/1, Boone 8, Little 8, Jacobson 7/2, Jordan 6/2, Meeks 4, Kulawick 3 und McNaughton 3.
Beste Spieler: Rochestie, Anderson - Gibbs 16, Campbell 15/3, Drevo 15/3, Schwethelm 12/3, Brooks 12
Spielfilm: 8:7 (4.), 17:20 (8.), 27:28 (12.), 31:36 (16.), 40:45 (20.), 47:49 (24.), 50:54 (28.), 63:66 (32.), 73:71 (36.)
Viertel: 21:24, 19:21, 19:19, 24:14
Trefferquote Feld: 47 % – 37 %
Rebounds: 34 – 33
Freiwürfe: 20 v. 24 - 31 v. 36
Zuschauer: 3 700 ausverkauft
Termine:
Spiel 4: Mi., 19. Mai, 19:30 Uhr Stadthalle Bremerhaven
Spiel 5 (falls erforderlich): Fr., 21. Mai, 19:30 Uhr Lokhalle Göttingen
Lob vom Bundestrainer und 18 874 Euro von der BBL
Interessierter Beobachter der Partie war Bundestrainer Dirk Bauermann, er hatte sich extra einen Journalistenplatz in der ersten Reihe reservieren lassen. Bauermann kannte die Lokhalle zwar noch aus seiner Zeit als Trainer der Bamberger, zeigte sich aber erneut sehr beeindruckt: „Die Lokhalle ist eines der Schmuckkästchen der Liga, eine hervorragende Atmosphäre.“ Seine Analyse zur Halbzeit: „Ein Spiel auf hohem Niveau. Die BG spielt sehr konsequent, aber Bremerhaven lässt sich nicht beeindrucken, die Eisbären spielen sehr klug, so stark habe ich sie selten gesehen.“




