Freitag, 10. Februar 2012

- letzte Aktualisierung: 09.02.2012 um 15:44 Uhr


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Basketball: BG gegen Bremerhaven 83:78

Zwei Matchbälle für die Veilchen

Ben Jacobson mit hochkonzentrierter Abwehrleistung. Foto: Wenzel

Ben Jacobson mit hochkonzentrierter Abwehrleistung. Foto: Wenzel

Die Basketballer der BG Göttingen stehen mit einem Bein im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft. Im Spiel 3 der Play Off-Serie „Best of Five“ kämpften die Veilchen die Eisbären Bremerhaven 83:78 (40:45) nieder. Das bedeutet zwei Matchbälle für die BG, es fehlt noch ein Sieg zum Halbfinale entweder am Mittwoch in der Stadthalle Bremerhaven oder am Freitag daheim in der Lokhalle. Trainer John Patrick: „Das war heute Playoff-Atmosphäre pur. Die Freiwürfe und die ganzen Offensiv-Rebounds im Spiel haben gezeigt, dass die Spieler alles gegeben haben. Bremerhaven hat uns mit den Dreierschützen vor Probleme gestellt. Drevo, Schwethelm und Louis Campbell haben wichtige Dreier für Bremerhaven getroffen. Entscheidend für uns waren die zwei wichtigen Offensivrebounds in den letzten zwei Minuten. Ich bin stolz, dass unsere Defensive bis auf ein paar Abstimmungsfehler wieder voll da war.“ I

rgendwie war alles ganz anders vor dieser wichtigen Partie. Ob Management, Spieler, Trainer oder auch die Fans, überall war die Anspannung und Nervosität zu spüren, es knisterte vor Spannung in der Lokhalle. Die ersten, die ihre Nervosität ablegten, waren die Veilchen-Fans, pünktlich zum Tipp-Off waren sie da. Die Unterstützung konnte das Team auch gebrauchen, die Eisbären begannen da, wo sie am Donnerstag aufgehört hatten, führten 0:4. Die Antwort folgte postwendend, durch Little und Dreier von Anderson und Rochestie konterten die Veilchen zum 8:4 (3.). Können wir auch, dachten sich die Eisbären und hielten ihrerseits mit einem 0:11-Lauf zum 8:15 dagegen (5.). Da die Gäste durch Campbell und Schwethelm aus der Distanz traumhaft sicher trafen, bauten sie die Führung auf 12:20 (8.) aus. Den Veilchen war deutlich anzumerken, dass sie im Training ei­frig daran gearbeitet hatten, die starke Eisbären-Zone zu knacken. Zum Korb ziehen oder sichere Pässe in die Zone, letztere nutzte Jason Boone nach seiner Einwechslung zu drei spektakulären Dunks, so dass sich die BG wieder auf 21:24 herankämpfen konnte. 24 Gegenpunkte daheim in einem Viertel waren aber einfach zu viel...
Es blieb wie erwartet die hart umkämpfte Partie zweier Teams auf Augenhöhe, in der die Eisbären ihre Führung weiter durch die starke Quote bei ihren Dreiern verteidigte (8 von 14 im ersten Durchgang). Die Gastgeber zeigten sich jetzt in der Defense zwar stark verbessert, doch das starke Eisbären-Trio Campbell, Schwethelm und Drevo punktete schon im ersten Durchgang jeweils zweistellig, mit 35 Punkten führten sie ihre Farben zu einer 40:45-Halbzeitführung.
100515_meeks_hochKlar war zu diesem Zeitpunkt nur, dass sich kein Team eine Schwäche erlauben durfte. Wer hier zuerst in Sachen Kraft und Konzentration nachlässt, geht als Verlierer vom Platz. Und dass die BG bereit war zu kämpfen, demonstrierte sie gleich zu Beginn der zweiten Hälfte. Erst tankte sich John Little gegen drei Gegenspieler durch, dann verkürzte Michael Meeks im Nachsetzen auf 44:45 (23.). Die Eisbären aber hatten immer wieder eine Antwort parat, hielten ihr hohes Niveau weiter durch und zogen wieder auf 47:54 (27.) davon. Die Veilchen kämpften weiter, immerhin war es ihre Lokhalle, da wollten sie zeigen, wer hier der Herr im Hause ist. Dreier von Jacobson und Jordan und mit seinen ersten Punkten brachte Euroheld Chris McNaughton seine Farben beim 57:54 erstmals wieder in Führung (29.). Wieder demonstrierten die Eisbären ihre Stärke, mit 59:64 ging es in die letzten zehn Minuten.
Sollten die Veilchen den Schlüssel zum Erfolg an diesem Abend noch finden? Wer konnte jetzt die Führung übernehmen und das Team mitreißen? Die BG punktete zwar sehr ausgeglichen, doch Topscorer wie bei den Eisbären taten sich bis zu diesem Zeitpunkt nicht hervor. Einer der voranging war Kapitän John Little. Angeschlagen ins Spiel gegangen und früh mit vier Fouls belastet, kämpfte er in Defense und Offense gleichermaßen und führte sein Team auf 63:64 heran (32). Es war angerichtet für ein dramatisches Finale, in dem die BG Little und Boone jeweils durch ihr 5. Foul verloren, doch die Defense lief jetzt zur Bestform auf, da wurde kein Zentimeter verschenkt, da wurde gebissen und gekämpft bis zum Umfallen. Oliver brachte seine Farben mit einem Dreipunkte-Spiel 79:76 in Führung, Obereisbär Gibbs verkürzte durch zwei Freiwürfe auf 79:78. Und wer übernimmt jetzt Verantwortung? Anderson war es mit einem irren Korbleger aus der Drehung zum 81:78, noch 13 Sekunden. Die Eisbären vergaben durch Brooks den Dreier, Rebound bei der BG, Foul an Rochestie, der Sieg! Die Freiwürfe verwandelte Rochestie unter ohrenbetäubendem Lärm zum 83:78-Endstand.
Anderson_querWas hatten die Veilchen da für ein dickes Brett bohren müssen? Fast die gesamte Spielzeit über lagen sie gegen die besseren Eisbären zurück, am Ende drehten sie die Partie mit einem Kraftakt um. Ausgerechnet das BBL-Team, das in dieser Saison so viele Spiele absolvieren musste wie kein anderes! Das spricht für ihre Fitness und Willenskraft, zumal sie sogar die Schlacht unter den Brettern gegen die Reboundkönige der Liga mit 34:33 gewannen.
„Die Serie ist aber noch nicht vorbei. Jetzt erwartet uns sicherlich ein heißer Tanz in Bremerhaven“, so Patrick. Sein Gegenüber Doug­las Spradley war sichtlich bedient, musste wie seine Spieler die Enttäuschung erst einmal verkraften und übersah wohl die Leistung der Schiedsrichter in den ersten 35 Minuten: „Zum Spiel möchte ich nicht viel sagen. Ich möchte keine Strafe riskieren. Das war eine super Atmosphäre und ein absoluter Playoff-Fight. Göttingen hat am Ende gewonnen.“

Punkte: Rochestie 19/1, Anderson 13/1, Oliver 12/1, Boone 8, Little 8, Jacobson 7/2, Jordan 6/2, Meeks 4, Kulawick 3 und McNaughton 3.  

Beste Spieler: Rochestie, Anderson - Gibbs 16, Campbell 15/3, Drevo 15/3, Schwethelm 12/3, Brooks 12

Spielfilm: 8:7 (4.), 17:20 (8.), 27:28 (12.), 31:36 (16.), 40:45 (20.), 47:49 (24.), 50:54 (28.), 63:66 (32.), 73:71 (36.)

Viertel: 21:24, 19:21, 19:19, 24:14

Trefferquote Feld: 47 % – 37 %

Rebounds: 34 – 33

Freiwürfe: 20 v. 24 - 31 v. 36

Zuschauer: 3 700 ausverkauft

Termine:
Spiel 4: Mi., 19. Mai, 19:30 Uhr Stadthalle Bremerhaven
Spiel 5 (falls erforderlich): Fr., 21. Mai, 19:30 Uhr Lokhalle Göttingen



Lob vom Bundestrainer und 18 874 Euro von der BBL

BauermannInteressierter Beobachter der Partie war Bundestrainer Dirk Bauermann, er hatte sich extra einen Journalistenplatz in der ersten Reihe reservieren lassen. Bauermann kannte die Lokhalle zwar noch aus seiner Zeit als Trainer der Bamberger, zeigte sich aber erneut sehr beeindruckt: „Die Lokhalle ist eines der Schmuckkästchen der Liga, eine hervorragende Atmosphäre.“ Seine Analyse zur Halbzeit: „Ein Spiel auf hohem Niveau. Die BG spielt sehr konsequent, aber Bremerhaven lässt sich nicht beeindrucken, die Eisbären spielen sehr klug, so stark habe ich sie selten gesehen.“
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In der Woche veröffentlichte die Beko BBL die neuesten Zahlen des U24-Ausbildungsfonds. Aus diesem Fond erhalten die Vereine für jede Minute, in der ein deutscher U24-Spieler auf dem Parkett steht, bares Geld. Für die BG Göttingen spülten auf diese Weise Robert Kulawick, Tobias Welzel und Nico Adamczak 18.874 Euro in die klammen BG-Kassen, 619 Minuten stand dieses Trio in der Hauptrunde auf dem Spielfeld. Spitzenreiter in dieser Wertung ist Ulm mit 51.974 Euro für 1704 Spielminuten. Die einzigen Teams, die nach der Hauptrunde vor der BG landeten, stehen in der unteren Tabellenhälfte. Meister Oldenburg bekam nur 2402 Euro für 79 Minuten, Alba Berlin 3653 Euro für 120 Minuten. Schlusslicht sind die Artland Dragons, dort stand gerade mal sieben Minuten ein deutscher U24-Spieler auf dem Feld, macht läppische 223 Euro!
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Schmankerl für die treuen BG-Fans: Die konnten sich nicht nur auf ein vielversprechendes Basketballspiel freuen, sondern auch auf den Pokal der EuroChallenge! Am Samstag bestand die Möglichkeit, gegen einen kleinen Obolus Erinnerungsfotos mit dem Cup zu machen. Eine Gelegenheit, die auch Sina Link und Simon Otzelberger (Foto) gerne nutzten. „Der Erlös der Erinnerungsfotoaktion wird an eine gemeinnützige Organisation gespendet“, versprach Starting Five-Sprecher Björn Lars Blank. Danach verschand der Pokal wieder an seinem wohlbehüteten und geheimen Ort.
Pokal

Punktet hier stark gegen Jeff Gibbs: Michael Meeks. Foto: Wenzel

Punktet hier stark gegen Jeff Gibbs: Michael Meeks. Foto: Wenzel

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