Donnerstag, 17. Mai 2012

- letzte Aktualisierung: 17.05.2012 um 02:24 Uhr


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Basketball: BG verliert 53:63

Volles Haus und leere Hände!

Trio ohne Ball und mit großen Augen (v.l.): Jason Boone, Kyle Bailey und John Little. Foto: Reinhard

Trio ohne Ball und mit großen Augen (v.l.): Jason Boone, Kyle Bailey und John Little. Foto: Reinhard

Basketball - Bundesligist BG Göttingen hat auch das Rückrundenspiel gegen Ex-Coach John Patrick verloren. Nach dem Debakel im Hinspiel konnten die Veilchen diesmal zwar in der ausverkauften Sparkassen Arena über weite Strecken auf Augenhöhe mithalten, doch am Ende war die Offensiv-Schwäche der BG wieder ausschlaggebend, mit 53:63 (22:25) stand die BG wieder einmal mit leeren Händen da! Trainer Michael Meeks: „Es war ein hart umkämpftes Spiel. Würzburg ist bekannt für gute Defense. Sie haben heute viele Ballverluste erzwungen. Auch unser Team hat gute Verteidigung gespielt. Es gab nur ein paar Unkonzentriertheiten in der zweiten Hälfte. Da hat Würzburg den Ball gut bewegt und ist offensiv heiß gelaufen.“

Es war wahrlich kein Spiel wie jedes andere! An diesem Abend waren in der Sparkassen Arena mit den Baskets Würzburg immerhin gleich fünf ehemalige Göttinger zu Gast, die 2010 in der Farbe Lila die EuroChallenge gewonnen hatten. Anfang der Saison waren Trainer John Patrick sowie seine Zöglinge Jason Boone, John Little, Ben Jacobson und Chester Frazier dem Lockruf des Geldes gefolgt und an den Main nach Unterfranken gewechselt. Dass es ein reines Kampfspiel werden würde, war den Fans beider Teams schon vor dem Anpfiff klar, Basketball-Kunst war in einer Begegnung zwischen einem Patrick-Team und dem Schlusslicht der Liga nicht zu erwarten.
Und dass beide Teams nicht gerade zu den offensivstärksten Mannschaften in der BBL gehören, demonstrierten sie gleich im ersten Viertel sehr eindrucksvoll. Die Defense bestimmte auf beiden Seiten das Geschehen, da fand kaum ein Akteur einen freien Wurf, da wurde Basketball gearbeitet und gekämpft! Und die gastgebenden Veilchen arbeiteten zunächst besser, Max Weber, Raymond Sykes und Paris Horne brachten ihre Farben 6:2 in Führung. Da die Veilchen in der Defense weiter sicher standen, konnte diese Führung dank Sean Evans auf 11:4 (9.) ausgebaut werden.
In der Folgezeit offenbarten die Veilchen allerdings wieder ihre altbekannten Schwächen. Viele unnötige Ballverluste schon im Aufbau, und wenn sie schon mal in der Zone zum Abschluss kamen, gingen auch die einfachsten Bälle nicht rein. Würzburg nutzte die Gunst der Stunde, um das Spiel zu drehen. Über 13:13 (12.) und 13:19 (14.) hieß es 17:25 (18.), ehe die Veilchen in den Schlussminuten der ersten Hälfte durch einen Dreier von Nico Adamczak und weitere Punkte von Paris Horne zum 22:25-Halbzeitstand verkürzen konnten.
Der Start ins dritte Viertel ging wie schon so oft in dieser Saison total daneben, Würzburg zog auch ohne seinen verletzten Top-Scorer Ricky Harris schnell auf 25:34 (22.) davon, Auszeit Göttingen. Das Patrick-Team wurde nun immer ballsicherer, phasenweise erinnerte die Partie jetzt an das Hinspiel, als die Würzburger die Veilchen gnadenlos auseinander nahmen. Bis auf 13 Punkte wuchs der Vorsprung der Gäste an, ehe Neuzugang Darrell Tucker (siehe unten) mit einem Dreier zum 33:43 seine ersten Punkte für die Veilchen erzielte (26.). Tucker leitete damit einem 11:0-Lauf der BG ein, die auf 41:43 (30.) verkürzen konnte. Unglaublich, sie hatten das 3. Viertel sogar 19:18 gewonnen!
Bauscher_quer
Geht da noch was? – fragten sich die Veilchen-Fans, doch die ehemaligen BGer Little und Frazier sorgten mit ihren Dreiern im Schlussviertel schnell für Ernüchterung. Immer wieder kämpften sich die Veilchen nach klaren Rückständen heran, doch für die Wende reichte es einfach nicht, weil die Gäste ihre Dreier weiterhin traumhaft sicher trafen. Beim 50:60 drei Minuten vor Schluss war es in der Sparkassen Arena wieder merklich ruhiger geworden. Im möglichen Schluss-Spurt musste die BG auch noch auf den verletzten Sykes verzichten, der nach Spielschluss humpelnd aus der Halle geführt werden musste. Ein Unglück kommt halt selten allein.
Jason Boone hatte gegen seine ehemaligen Freunde nicht seinen besten Tag erwischt: „Wir waren heute übermotiviert, wollten unbedingt gewinnen, deshalb haben wir wohl nicht so gut gespielt wie wir eigentlich können.“
John Patrick: „Es war ein Spiel mit vielen kleinen Läufen. Wir haben den Ball in der ersten Halbzeit nicht gut bewegt. Die BG hatte einen guten Gameplan gegen uns. Es war ein toller Kampf. Beide Seiten haben nicht aufgegeben. Am Ende waren wir ein bisschen glücklicher mit den Dreiern am Ende der Shotclock.“

Punkte: Evans 12, Bailey 9/2, Bauscher 6, Horne 6, Weber 6, Tucker 6/1, Sykes 4, Adamczak 3/1 und Allen 1.  

Beste Spieler: Evans, Bailey - Elliott 25/4, Frazier 16/3, Little 6/1, Jacobson 4, Boone 4, Kramer 4, Bucknor 2 und King 2.

Spielfilm: 6:4 (4.), 8:4 (8.), 13:13 (12.), 17:22 (16.), 22:25 (20.), 30:40 (24.), 39:43 (28.), 43:49 (32.), 50:55 (36.)

Viertel: 11:9, 11:16, 19:18, 12:20

Rebounds: 38 – 43

Trefferquote Feld: 37 % – 32 %

Freiwürfe: 11 v. 20 - 15 v. 25

Zuschauer: 3.474 ausverkauft

Ulm - Bayreuth 74:52
Hagen - Quakenbrück 85:95
Braunschweig - Bamberg 79:88
Bonn - Berlin 91:92
Tübingen - B. München 80:65

42.000 Euro gesammelt

Mit der bemerkenswerten Aktion „BG-Fans zeigen Herz” hatten die Anhänger der BG Göttingen bundesweit für Schlagzeilen und Anerkennung gesorgt. Ein großer Erfolg! Stolze 22.000 Euro konnten auf diese Weise gesammelt werden, der Kaufpark Göttingen legte 10.000 Euro drauf, Kaufpark-Manager Andreas Gruber überreichte den Scheck gestern an Hartmut Niemann und seine Mitstreiter, die die Aktion initiiert hatten. Ein weiterer Geschäftsmann spendete ebenfalls 10.000 Euro, so dass sogar 42.000 Euro zusammen kamen. Hallensprecher Andreas Lindemeier dankte den Fans für ihren Einsatz: „Das war ganz großes Kino, das einen Oscar verdient!” Es dürfte wohl einmalig sein, dass in der BBL ein Akteur aufläuft, der von den Fans eines Klubs finanziert wurde.
„Die Aktion der Fans ist überragend und zeigt, wie groß die Identifikation mit dem Basketball-Standort Göttingen ist. Unser aller Dank gebührt den Fans und Spendern, die uns eine Spielerverpflichtung erst ermöglicht haben. Es ist schwer in Worte zu fassen, wie groß der Verdienst der Fans um den Göttinger Spitzenbasketball ist“, zeigte sich BG-Geschäftsführer Marc Franz beeindruckt vom Engagement der Beteiligten.
Das Geld haben die Veilchen auch gleich gut angelegt, am Nachmittag gab die BG die Verpflichtung des „Big Man” Darrell Tucker bekannt, der am Abend auch gleich mit der Nummer 10 für die BG auflief. Der 31-jährige Tucker verfügt über ausgiebige Erfahrungen im europäischen Basketball. Unter anderem ging Darrell Tucker in Frankreich, Polen und den Niederlanden auf Korbjagd. Zudem war er in allen drei europäischen Europapokal-Formaten (Euroleague, Eurocup oder ULEB-Cup und EuroChallenge) im Einsatz. In der vergangenen Spielzeit war der Power Forward / Center in der ersten israelischen Liga für Maccabi Rishon Le-Zion aktiv.
Mit einer Größe von 2,06 Meter und einem Gewicht von 116 Kilogramm soll Tucker den Frontcourt der Veilchen verstärken. Auch aus der Distanz kann er für offensive Akzente sorgen. Ein sicherer Mitteldistanzwurf und Dreipunktewurf gehören zum festen Repertoire des aus Oakland (US-Bundesstaat Kalifornien) stammenden Neu-Veilchens.

BG verliert 109:121 / ASC siegt 69:52

In der 1. Regionalliga unterlagen die Männer der BG 74 Göttingen beim Tabellendritten SC Itzehoe mit 109:121 (41:59). Deutlich besser erging es da dem ASC 46 Göttingen, die Königsblauen gewannen beim TuS Red Devils Bramsche mit 69:52 (41:14).

„Das war mit Abstand in dieser Saison unsere beste erste Halbzeit“, freute sich ASC-Coach Marjo Heinemann. Die ASC-Defense brachte die Gastgeber fast zur Verzweiflung, ihnen gelang in den ersten 20 Minuten kein Dreier, dem ASC dagegen vier. „Die Defense war die Grundlage für unseren Sieg. Im dritten Viertel haben wir zwar etwas nachgelassen, doch unser Punktgewinn war nie in Frage gestellt!“ Wenigstens 13 Punkte betrug der beruhigende Abstand. „Das war ein wichtiges Spiel“, so Heinemann, sein Team kann sich von der Abstiegszone etwas absetzen.
Punkte: Chikoko 14, Schicktanz 11/1,  Schröder 11, Theodorou 9/3, Bode 8, Mulic 8/2, Teichert 4, Brammertz 2 und Kettmann 2.

Aus Büsum war BG 74-Coach Hans-Werner Schmidt nach Itzehoe angereist, er hatte seinen Kurzurlaub unterbrochen und war  ziemlich entspannt: „Wir haben 109 Punkte erzielt, so viele wie noch nie in dieser Saison – doch leider hat der Gegner 121 Punkte gemacht“, konnte Schmidt noch gar nicht so recht glauben, was da in den 40 Minuten alles passiert war. Im Hinspiel hatte sein Team überhaupt keine Chance gegen Itzehoe gehabt,  doch nach dem dritten Viertel war die BG 74 mit einem 80:85-Rückstand plötzlich in Schlagdistanz. Letzendlich hatten dann die Gastgeber immer die etwas besseren Antworten – ihr Distanzwurfspezialist Moritz Peiseler erzielte allein neun Dreier (bei 14 Versuchen)! „In Itzehoe mussten wir nicht gewinnen“, blickt Schmidt schon nach vorne. „Es ist viel wichtiger, dass wir in Aschersleben punkten!“, so Schmidt, um dann wieder nach Büsum zum Urlauben aufzubrechen.
Punkte: Maertens 40/2, Both 23/3, Schmidt 16/3, Nolden 8, Stürmer 7/1, Özbas 6/1, Born 5/1, Pöschel 2 und Heyl 2.    

Matt Bauscher sucht die Lücke. Foto: Jelinek

Matt Bauscher sucht die Lücke. Foto: Jelinek

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