(Göttingen / star) Die Corona-Krise trifft viele Studenten besonders hart. Nach einer Studie des Deutschen Studentenwerks (DSW) steigt seit einigen Jahren die Notwendigkeit, neben dem Studium zu jobben – unter anderen wegen steigender Mieten. Knapp 60 Prozent der Studierenden arbeitet mindestens neun Stunden in der Woche, 59 Prozent der Studierenden können ohne Nebenjob ihren Lebensunterhalt nicht finanzieren. Und diese Nebenjobs sind durch die Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus nun zum größten Teil weggefallen. Das bringt auch viele Göttinger Studenten in exis­tenzielle Nöte. Und wer hilft ihnen bei Problemen? Das Team des Studentenwerks…

Die fünf niedersächsischen Studentenwerke haben sich kürzlich mit einem gemeinsamen Brief an Wissenschaftsminister Björn Thümler gewendet.
Der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Niedersächsischer Studentenwerke und Geschäftsführer des Studentenwerks Göttingen, Prof. Dr. Jörg Magull mahnt an: „Es gibt in Niedersachsen aktuell rund 212.000 Studierende, von denen etwa 49.000 zwingend auf einen Nebenjob angewiesen sind, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.“
Durchschnittlich verdienen die Studierenden dabei 385 Euro im Monat – das haben Erhebungen des Deutschen Studentenwerks (DSW) ergeben.
„Selbst, wenn die Sozialdienste der niedersächsischen Studentenwerke eigene Hilfsfonds auflegen würden, überschreitet die Zahl der derzeit akut bedürftigen Studierenden die Leistungsfähigkeit der Studentenwerke um ein Vielfaches“, so Jörg Magull.
Daher schlägt die ARGE der Niedersächsischen Landesregierung vor, so schnell wie möglich einen Nothilfefonds für niedersächsische Studierende in Höhe von 19 Millionen Euro aufzulegen und dessen Mittel über die niedersächsischen Studentenwerke schnell und möglichst unbürokratisch auszuzahlen.

Seitens des niedersächsischen Wissenschaftsministeriums erfolgte bisher noch keine Entscheidung. „Als Sprecher der ARGE stehe ich in engem Austausch mit dem Ministerium und hoffe, dass eine Entscheidung von Bund und/oder Land schnell erfolgt“, so Magull.

„Wer in finanzielle Not geraten ist, dem versuchen wir rasch zu helfen“, versichert Jörg Magull und erinnert an eine der Kernaufgaben der Studentenwerke, Studierende wirtschaftlich und sozial zu fördern – so sieht es das Niedersächsische Hochschulgesetz vor.

Hilfe gibt es auch vom Göttinger Studentenwerk direkt. Derzeit liegen circa 600 Anträge für den hauseigenen Nothilfefonds des Studentenwerks vor – und es kommen täglich weitere hinzu. Das Team des Sozialdienstes wurde daher verstärkt. „Die Anträge werden so schnell wie möglich in chronologischer Reihenfolge bearbeitet. Dazu werden einige wenige notwendige Unterlagen zur Prüfung der Bedürftigkeit von den Antragstellerinnen und Antragstellern angefordert und erfasst“, berichtet Anett Reyer-Günther, Sprecherin des Studentenwerks. Bislang habe das Studentenwerk aus seinem Nothilfefonds rund 29.000 Euro an bedürftige Studierende der Göttinger Hochschulen ausgezahlt.