Einen neuen Höchststand beim Steueraufkommen hat das Finanzamt Göttingen präsentiert. 2019 wurden im Finanzamtsbezirk 1,04 Milliarden Euro eingenommen, teilte der Vorsteher der Behörde, Andreas Pohlmann, mit. Das sind rund acht Prozent mehr als im Jahr davor (958,11 Millionen Euro). Erstmals habe das Finanzamt damit die Milliardengrenze „geknackt“, so Pohlmann. Mit einem Steueraufkommen in dieser  Höhe spielt Göttingen an der Tabellenspitze der niedersächsischen Finanzämter mit.
Zwei Drittel der Steuereinnahmen entfallen auf die Lohn- (578,83 Millionen Euro) und Einkommensteuer (176,36 Millionen Euro). Das sei Ausweis der wirtschaftlichen Stärke der Region, so Pohlmann: „Es gibt hier große Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen, in denen gut bezahlt wird.“ Den nächstgrößeren Posten macht die Umsatzsteuer aus. Die falle mit 123,44 Millionen erheblich höher aus als 2018, so Pohlmann.  Solche starken Schwankungen seien bei der Umsatzsteuer aber normal. Umgekehrt sah das Bild bei der Grunderwerbsteuer aus, die von 41,67 Millionen Euro in 2018 auf 28,79 Millionen zurückgegangen sei. 2018 habe allerdings ein „Einmaleffekt“ durch ein großes Immobiliengeschäft in der Region eine isolierte Spitze verursacht, erläuterte Pohlmann.
Während die Steuergelder also sprudeln, hat das Finanzamt Göttingen an anderer Stelle  mit Sorgen zu kämpfen: Durch die Schadsoftware „Emotet“ unterliegt der E-Mail-Verkehr mit den niedersächsischen Finanzämtern momentan immer noch starken Einschränkungen. Aus Sicherheitsgründen würden daher E-Mails, die MS-Office-Anhänge oder Internetadressen (Hyperlinks) enthalten, gesperrt und nicht zugestellt. Die Absender würden darüber nicht benachrichtigt, warnte der Pressesprecher des Finanzamts Göttingen, Stephan Schnieders. Das könne unschöne Konsequenzen haben, wenn es um steuerrechtliche Fristen gehe, denn nicht zugestellte E-Mails „gelten als nicht zugegangen und lösen damit keine Rechtsfolgen aus“. Zwar würden solche Fälle momentan mit einer gewissen Großzügigkeit geprüft,  wer auf Nummer sicher gehen wolle, solle aber für seine Steuerangelegenheiten den Postweg, das Telefon oder auch das gute alte Faxgerät nutzen. Der beste Weg sei aber, das Online-Steuerportal ELSTER (www.elster.de) zu nutzen, denn das sei  von den Schäden durch „Emotet“ nicht betroffen. Wann alle Probleme mit der Schadsoftware behoben sind, das ist noch nicht absehbar, so Schnieders.
Endlich absehbar ist dafür das Ende des maroden Parkhauses am Finanzamt. Sieben Jahre nach der Sperrung der oberen Parkdecks wegen Sicherheitsmängeln sollen im Mai endlich die Abrissmaschinen anrücken. Anschließend werde an derselben Stelle ein neues Parkhaus aus Stahlelementen errichtet, ähnlich dem Parkhaus am Weender Krankenhaus. Die geschätzte Bauzeit beträgt 15 Monate, wenn keine Verzögerungen eintreten, könnte der Neubau also 2021 abgeschlossen sein, hofft der Amtsleiter. Die geschätzten Baukosten betragen rund vier Millionen Euro.                 henk