In Niedersachsen soll in den nächsten Jahren auf sechs Streckenabschnitten die Auswirkung von Tempo 30 auf Luftqualität, Lärmbelastung und Verkehrsablauf auf Hauptverkehrsstraßen untersucht werden. Zwei dieser Teststrecken werden in und um Göttingen eingerichtet, teilte die Göttinger Landtagsabgeordnete Gabriele Andretta (SPD) mit: Die Landstraße in Friedland in der Kategorie „Kleine Orte“ sowie die Königsallee in Göttingen in der Größenkategorie „Großstädte“.

Insgesamt hatten sich 18 Kommunen mit 52 Streckenabschnitten für das Modellprojekt des Landes beworben. Ein Gutachterkonsortium hat unter der Vorgabe, für Niedersachsen möglichst repräsentative Strecken auszuwählen, die sechs Modellstrecken ausgewählt.

Mit dem Modellprojekt soll herausgefunden werden, wie sich Tempo 30 auf innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen in Bezug auf CO2-Ausstoß, Lärm und Sicherheit auswirkt. Aber auch die Akzeptanz in der Bevölkerung, sowie die Auswirkungen auf Fuß- und Radverkehr und den öffentlichen Personennahverkehr sollen untersucht werden.

„Was lange währt, wird endlich gut. Denn die jetzt ausgewählten Modellstrecken gehen auf den rot-grünen Antrag ‚CO2-Reduktion, weniger Lärm und Vision Zero mit Tempo 30 – Modellversuche ermöglichen‘ aus 2016 – also der letzten Legislaturperiode – zurück“, freut sich die Göttinger SPD-Landtagsabgeordnete.

Beworben hatte sich die Stadt Göttingen für das Modellprojekt Anfang 2018 mit der rot-grünen Ratsmehrheit für drei Strecken: der Reinhäuser Landstraße (vom Geismar Tor bis zur Kiesseestraße), der Königsallee (von der Groner Landstraße bis zur Godehardstraße) und dem Düstere-Eichen-Weg (von der Herzberger Landstraße bis zum Nikolausberger Weg).

„Es freut mich sehr, dass mit der Auswahl der Königsallee die Stadt Göttingen in ihren Klimaschutz-Bestrebungen durch das Verkehrsministerium unterstützt wird. Denn während in Wohngebieten Tempo 30 mittlerweile von einem Großteil der Menschen geschätzt wird, ist hier für Hauptverkehrsstraßen sicherlich noch viel Überzeugung nötig. Die schafft man am besten mit positiven eigenen Erfahrungen und objektiven Untersuchungen. Hierzu gibt es nun in Göttingen die Möglichkeit“, ist die Sozialdemokratin Andretta optimistisch.